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Covid-Fälle beim FC Bayern: Warum das Virus gerade so viele Top-Sportler trifft


Der Kader von Julian Nagelsmann ist dezimiert: Weil sie positiv auf Corona getestet worden sind, fallen zum Rückrundenauftakt mehrere Spieler aus. FOCUS Online erklärt, warum die vielen positiven Fälle beim Rekordmeister nicht überraschend kommen und welche zwei Gründe dahinterstecken.

Die Corona-Ausfallliste beim FC Bayern wächst: Zum Trainingsstart erhöhte sich die Zahl der infizierten Profis am Dienstag auf acht. Nach dem Positiv-Test bei Malediven-Urlauber Manuel Neuer fallen neben Lucas Hernández und Tanguy Nianzou jetzt auch Leroy Sané und Dayot Upamecano wegen einer nachgewiesenen Infektion aus. Das teilte der deutsche Rekordmeister mit. Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Omar Richards sind ebenfalls infiziert und in häuslicher Quarantäne. Allen Spielern gehe es nach Vereinsangaben bisher gut.

  • Mehr zu den Corona-Fällen bei den Bayern lesen Sie hier.

Trainer Julian Nagelsmann wird die Bundesliga-Rückrunde am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach nach jetzigem Stand jedoch mit einem Rumpfaufgebot seines Luxuskaders eröffnen müssen.

Zwei Gründe erklären die vielen Corona-Fälle beim FC Bayern

Warum gerade so viele Top-Spieler positiv getestet werden? Das hat vor allem zwei Gründe.

  • Erstens ist die Inzidenz in Deutschland und weltweit – einige Spieler haben sich offenbar im Urlaub im Ausland angesteckt – sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, steigt dadurch und ist derzeit generell sehr viel höher als zum Beispiel im Sommer. Damals gab es kaum Meldungen über positive Fälle im Profifußball. Die Inzidenz lag damals aber eben teilweise auch bei weniger als 10. Am Dienstag gibt sie das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 239 an. Und dieser Wert unterschätzt die tatsächliche Zahl der Infektionen vermutlich sogar noch deutlich. Das RKI geht bis zum 10. Januar davon aus, dass die gemeldeten Inzidenzwerte nur einen Teil der Infektionsrealität abbilden, weil Teststellen und Arztpraxen nicht oder zumindest weniger testen als regulär.
  • Zweitens werden Profispieler wie beim FC Bayern besonders oft und regelmäßig getestet. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit eines positiven Tests zusätzlich – auch bei Personen, die keine Symptome zeigen. Je mehr getestet wird, desto mehr Fälle findet man auf Dauer, die sonst unentdeckt geblieben wären. Darauf verweist auch Virologe Friedemann Weber: “Wahrscheinlich fällt es bei den regelmäßig gecheckten Sportlern schneller auf, und auch ein Leistungsabfall macht sich direkt bemerkbar”, schreibt der Direktor des Instituts für Virologie an der Universität Gießen auf Twitter.

Kimmich hat seine Covid-Infektion wohl überstanden

Nach seiner Corona-Infektion wieder zurück ist Joshua Kimmich. Der Nationalspieler konnte nach einem positiven Test Ende November zunächst nicht wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Die akute Infektion war nach Vereinsangaben zwar seit Anfang Dezember bereits wieder abgeklungen, doch seine Lunge machte nicht mit.

Kimmich erklärte damals: “Ich freue mich, dass meine corona-bedingte Quarantäne beendet ist. Mir geht es sehr gut, allerdings kann ich aufgrund von leichten Infiltrationen in der Lunge aktuell noch nicht voll trainieren. Ich werde daher ein Aufbautraining absolvieren und kann es kaum abwarten, im Januar wieder voll mit dabei zu sein.”

Sogenannte Infiltrationen in der Lunge sind nach Covid-19-Erkrankungen nicht selten. Mediziner bezeichnen so Flüssigkeit, die sich als Folge der Entzündungsprozesse im Körper sammelt und die Lungenfunktion beeinträchtigen kann. Verantwortlich dafür kann zum Beispiel eine durch das Coronavirus ausgelöste Lungenentzündung sein. “Die Folge der Infiltration ist, dass das Lungenvolumen nicht mehr maximal zur Verfügung steht. Der Körper reagiert auf die Infiltration, also ist eine Entzündung zu erwarten”, skizziert Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln im Gespräch mit der “Bild”. Ärzte betonen daher, es sei entsprechend wichtig, eine Covid-19-Infektion auszukurieren.





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