Politics

DAX vor Kurssturz : Schwarzer Montag an den Börsen?




Marktbericht

Stand: 25.04.2022 07:35 Uhr

Zins- und Wachstumssorgen lassen die Anleger Reißaus nehmen. Der DAX dürfte an seine drastischen Kursverluste vom Freitag nahtlos anknüpfen. Wird der Montag seinem schlechten Ruf an der Börse mal wieder gerecht?

Sorgen über schnelle Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed, die womöglich die Konjunktur abwürgen könnten, halten die Anleger auch zu Wochenbeginn in Atem. “Bedenken hinsichtlich der Zinssätze und der Rezession sind jetzt die größten Risiken für die Anleger”, betont Candace Browning von der Bank of America.

“Black Monday” im DAX?

Der DAX droht vor diesem Hintergrund einmal mehr, drastische Kursverluste einzufahren. Der Broker IG taxiert die 40 deutschen Standardwerte zur Stunde 1,6 Prozent tiefer bei 13.919 Punkten. Damit dürften sie an ihren Kurseinbruch von 2,5 Prozent vom Freitag nahtlos anknüpfen.

Der deutsche Leitindex scheint somit einem altbekannten Muster folgen zu wollen: Auf eine erste Verkaufswelle am Freitag folgt häufig eine zweite nach dem Wochenende. Schuld daran sind vornehmlich die Privatanleger, die – aufgeheizt und verunsichert durch die Berichterstattung in den Medien – in Panik verfallen und verkaufen. Eine gute Chance auf eine Wende nach oben besteht aus statistischer Sicht erst wieder am Dienstag.

In der Vergangenheit hat es an der Börse häufig solche Kurseinbrüche gegeben, die ihren Ausgangspunkt an einem “Panic Friday” nahmen, sich in einem “Black Monday” fortsetzten und schließlich in einem “Turnaround Tuesday” erschöpften.

Nikkei mit Kurseinbruch

Negative Vorgaben für den deutschen Aktienmarkt kommen von den Überseebörsen. Die asiatischen Aktienmärkte sind am Morgen so stark gefallen wie seit zwei Wochen nicht mehr. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert kurz vor Handelsschluss in Tokio 1,8 Prozent tiefer. Die Börse in Shanghai liegt 2,7 Prozent im Minus.

Herbe Verluste im Dow und an der Nasdaq

Die Aussicht auf deutliche Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed hatte die Anleger bereits am Freitag zum Rückzug von der Wall Street veranlasst. Der Dow Jones verlor 2,8 Prozent auf 33.811 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 2,6 Prozent auf 12.839 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 2,8 Prozent auf 4272 Punkte ein.

Fed-Chef Powell hatte zuvor eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte bei der nächsten Sitzung der Federal Reserve Anfang Mai in Aussicht gestellt. Das hatte offenbar einige Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt. Dabei kamen die Powell-Aussagen keineswegs überraschend, Investoren sollten die steigenden Zinsen längst eingepreist haben.

US-Ölpreis rutscht unter 100-Dollar-Marke

Die Angst vor einer Eintrübung der globalen Konjunktur lässt die Anleger auch zu Wochenbeginn riskante Anlagen wie Öl meiden. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor ist der Lockdown in Shanghai, der die Nachfrage nach Öl zusätzlich dämpft.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fällt im frühen Handel um 3,1 Prozent auf 103,34 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI rutscht um 3,2 Prozent auf 98,84 Dollar ab.

Anleger fliehen in Dollar

An den Devisenmärkten ist am Morgen einmal mehr der Dollar gefragt. Anleger fliehen in den “sicheren Währungshafen”, im Gegenzug fällt der Euro um 0,3 Prozent auf 1,0774 Dollar.

Gold weiter unter Druck

Dagegen leidet der Goldpreis weiter unter den steigenden Anleiherenditen. Das gelbe Edelmetall wirft selbst keine Zinsen ab und ist daher ein “natürlicher Verlierer” steigender Zinserwartungen. Der Preis für eine Feinunze des gelben Edelmetalls gibt 0,8 Prozent nach auf 1917 Dollar.

Rückendeckung für Bayer-Management aus Norwegen

In der Debatte über eine Entlastung des Vorstands bei der Hauptversammlung am Freitag kann das Bayer-Management unter Vorstandschef Werner Baumann mit Unterstützung des norwegischen Staatsfonds rechnen. Der mit einem Anteil von zuletzt knapp 2,3 Prozent an den Bayer-Aktien fünftgrößte Aktionär teilte am Sonntag mit, dass er für die Entlastung des Vorstandes stimmen werde. Das Vergütungspaket für Baumann will der Fonds dagegen nicht mittragen.

MAN lässt Lkw-Produktion wieder anlaufen

Nach sechs Wochen Stillstand lässt der Lastwagenbauer MAN die Produktion ab heute wieder anlaufen. Die Versorgung mit Kabelsträngen habe sich verbessert, ein kleiner Teil der Belegschaft könne jetzt schrittweise aus der Kurzarbeit zurückkehren, sagte MAN-Chef Alexander Vlaskamp. “Nach heutiger Einschätzung könnten wir über 20 Prozent unserer Jahresproduktion verlieren. Der Rückstand ist kaum mehr aufzuholen”, sagte Vlaskamp.

Twitter-Deal mit Musk noch in dieser Woche?

Twitter steht offenbar dem Übernahme-Angebot des Tech-Milliardärs Elon Musk nicht mehr so ablehnend gegenüber wie am Anfang. Die Seiten verhandelten und könnten einen Deal noch in dieser Woche festzurren, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zuvor hatte das “Wall Street Journal” darüber berichtet.



Source hyperlink

Leave a Reply

Your email address will not be published.