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Der 31. Dezember 1860: Der Tag, an dem Hamburgs verhasste Torsperre fiel


Hören Sie ein Stück Hamburg-Geschichte: Unser neuer Podcast beschäftigt sich mit der Torsperre Hamburgs.

Geschlossene Stadttore, die nur passieren darf, wer Wegezoll zahlt: ein Überbleibsel des Mittelalters, an dem die Senatoren deshalb so lange festhalten, weil sie auf die Einnahmen nicht verzichten wollen. Zwar lassen sie 1820 den überflüssig gewordenen Stadtwall zurückbauen und in eine Grünanlage verwandeln – aber die Torsperre gilt weiter. Wer bei Dunkelheit die Tore passieren will, muss zahlen: Ab 22 Uhr acht Schillinge, ab 24 Uhr sogar zwölf Schillinge. Fuhrwerke kosten bis 22 Uhr zwölf Schillinge, danach das Doppelte.

Die Menschen feiern die neue Freiheit mit Feuerwerk und Hurra-Rufen

Die Wut über die Torsperre ist groß: Ein Arbeiter, der in St. Georg oder St. Pauli wohnt, seine Arbeitsstelle aber in der Innenstadt hat, verliert durch die Gebühr täglich mehrere Stundenlöhne. Verärgert sind auch die Handwerker aus den Vorstädten, die in der Stadt ihre Produkte verkaufen wollen. Sie fühlen sich gegenüber ihrer innerstädtischen Konkurrenz unfair behandelt.

So ist es kein Zufall, dass sich im Revolutionsjahr 1848 die Wut der Menschen gegen die alte Ordnung in Hamburg und gegen die Torsperre richtet. Doch es dauert noch zwölf Jahre, bis sie endlich abgeschafft wird. In der Nacht vom 31. Dezember 1860 auf den 1. Januar 1861 feiern die Menschen mit Feuerwerk und Hurra-Rufen.

Welch riesige Bedeutung das Ende der Torsperre für die Entwicklung Hamburgs zur bedeutenden Metropole Nordeuropas hat, das hören Sie in unserem neuen Podcast:

Hamburgs Geschichte zum Anhören

Den neuen historischen Podcast zu „Der Tag, an dem …“ finden Sie jeden Sonntag ab 10 Uhr hier: 

Das Buch „Der Tag, an dem…“, das in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Junius-Verlag erschienen ist, bekommen Sie im Buchhandel oder ebenfalls in unserem Onlineshop.

Übrigens: Die neue Ausgabe von „Unser Hamburg“ ist am Kiosk und im MOPO-Shop erhältlich.

Es ist bereits die 16. Ausgabe unseres Magazins. 



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