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Deutsche Bahn tauft 100. ICE 4 „Rheinland-Pfalz“


Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) haben den 100. ICE 4 der Deutschen Bahn auf den Namen Rheinland-Pfalz getauft. Die Züge dieser Baureihe verbrauchten pro Sitzplatz etwa 22 Prozent weniger Energie als die Züge der ersten Baureihe, sagte „Taufpate“ Wissing am Montag bei der Zeremonie im Mainzer Hauptbahnhof.

Der ICE 4 im XXL-Format mit 13 Wagenteilen ist laut Bahn 374 Meter lang, erreicht das Tempo 265 Kilometer pro Stunde und bietet 918 Sitzplätze. Das neue Flaggschiff der ICE-Flotte stehe für „innovatives und nachhaltiges Reisen“, sagte Wissing. Der Erfolg des 9-Euro-Tickets habe generell neue Aufmerksamkeit auf das Verkehrsmittel Bahn gelenkt.

Kurz vor Beginn der Feier überreichte eine kleine Gruppe von Umweltaktivisten Wissing ein überdimensionales und auf ihn ausgestelltes 9-Euro-Ticket. Mit der Aktion forderte das Kampagnen-Netzwerk Campact den Minister auf, das vergünstigte ÖPNV-Angebot fortzusetzen. Wissing reagierte gelassen und nahm das Ticket mit einem Lächeln an: „Es war meine Idee, es einzuführen“, sagte er den Demonstranten. Es müsse geklärt werden, wie eine Nachfolgelösung finanziert werden könne.

Umweltaktivisten fordern eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets.


Umweltaktivisten fordern eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets.
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Bild: dpa


Der zweite Pfälzer bei der Zugtaufe neben Wissing war Bahnchef Richard Lutz. Die Bahn erlebe derzeit einen Nachfrageboom, und das nicht nur wegen des 9-Euro-Tickets, sagte der gebürtige Landauer und verwies wiederholt auf die Klimafreundlichkeit des Reisens mit dem Zug. Dreyer unterstützte Wissings Forderung nach einer bundesweiten Vereinfachung der ÖPNV-Tarife. Dies sei auch „der große Charme“ des 9-Euro-Tickets gewesen, sagte die Patin des neuen ICE. Es wäre wünschenswert, wenn es zu einem Nachfolgemodell käme.

„In den nächsten Wochen wollen wir besser werden!“

Die hohe Nachfrage durch das 9-Euro-Ticket hat bei den Fahrgästen in den vergangenen Wochen jedoch auch für Unmut gesorgt. Zahlreiche Verspätungen, überfüllte Züge und ausgefallene Verbindungen waren vor allem an den Wochenenden ein deutschlandweites Problem. Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, sprach von einem Chaos in diesem Sommer, wie er es noch nie erlebt habe bei der Bahn. „Das ist der absolute Super-Gau“, hatte Weselsky der Zeitung „Welt am Sonntag“ gesagt.

Bahnchef Lutz hatte im Hinblick auf die Verspätungen Ende Juni erklärt, die Bahn werde versuchen so viele Fahrgäste wie möglich auf dem überlasteten Schienennetz transportieren. Im Juni kamen nach Unternehmensangaben nur noch 58 Prozent der Fernzüge pünktlich ans Ziel, im Regionalverkehr 88,5 Prozent der Züge.

Die Verspätungen liegen laut Lutz jedoch weder an zu wenig Personal noch an zu geringen Investitionen in die Züge. Vielmehr begründet der Bahnchef diese am Montagabend im „heute journal“ mit einer überlasteten Schieneninfrastruktur. Diese sei „über Jahre und Jahrzehnte unterdimensioniert und unterfinanziert“ und deshalb „veraltet und nicht gut“. „Die Gestaltung eines Hochleistungsnetzes geht in die richtige Richtung“, so Bahnchef Richard Lutz, gleichwohl forderte er mehr Effizienz beim Bauen. Zur Instandhaltung des Netzes seien Investitionen um einen dreistelligen Millionenbetrag erhöht worden.



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