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Die Fahnenpolitik des Berliner Senats gibt Rätsel auf – B.Z. – Die Stimme Berlins


Am 9. Mai durften zum Gedenken am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow an das Ende des Zweiten Weltkrieges russische Fahnen geschwenkt werden – ukrainische aber nicht Foto: Carsten Koall/dpa/Christian Lohse

Von Miriam Krekel

Durch das Verbot der ukrainische Flagge und der gleichzeitigen Erlaubnis, sich mit den russischen Farben zu kleiden, hat Berlin in den vergangenen Tagen für einiges Unverständnis gesorgt. Dazu ein Kommentar von B.Z.-Chefredakteurin Miriam Krekel

Bereits am Wochenende berichtete die B.Z. über das beschämende Flaggenverbot, das Berlin am 8. und 9. Mai an 15 Orten in der Hauptstadt erließ. Nicht nur russische Staatssymbole wurden für Privatpersonen verboten, Polizisten mussten auch ukrainische Flaggen einsammeln. Also nicht nur die Fahne, unter deren Herrschaft gerade Menschen gefoltert und getötet werden, sondern auch die, unter der gerade im Namen unserer Freiheit gekämpft wird.

Was am Montag beim Gedenken passierte, sendet ein Bild in die Welt, für das man sich schämt. Russische Staatsträger, Gäste des Botschafters, schwenkten riesige Flaggen. Während eine Frau in gelber Hose und blauem Pulli von Polizisten weggebracht wurde. Die Feier glich farblich der russischen Parade in Moskau. Wie soll das auch nur ein Ukrainer verstehen?

Vielleicht magazine es einigen Politikern logisch erscheinen, offizielle Symbole zu erlauben, andere aber nicht. Allein das ist schwer zu verstehen. Aber wie man SO SEHR die Macht der Bilder unterschätzen kann, ist mir ein Rätsel.

Da wirkt das spontan anberaumte Anstrahlen des Brandenburger Tores in Ukraine-Farben leider nur, als hätte da jemand ein schlechtes Gewissen gehabt. Ich bin mir nicht sicher, ob es das alles besser oder noch schlimmer macht.

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