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Gehaltsverhandlung: So verhandeln Sie trotz Inflation erfolgreich


Wir erleben derzeit Inflationshöchstwerte: die Statistik spricht
von einem voraussichtlichen Verbraucherpreisindex in Höhe von 7,3
Prozent
– einer Inflationsrate so hoch, wie seit 1981 nicht mehr.
Für Haushaltsenergie, additionally Strom, Gas und andere Brennstoffe sowie
Kraftstoffe muss noch tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden:
Hier sind die Preise im Schnitt um 39,5 Prozent (im Vergleich zum
Vorjahresmonat) gestiegen
.

Lieferkettenengpässe, Rohstoffknappheit
und stillstehende Containerhäfen – die Auswirkungen der Corona
Pandemie führen uns wie ein Vergrößerungsglas die Kehrseite der
Medaille der Globalisierung groß und deutlich vor Augen. Deutlich
spürbar, denn das Niveau unserer Gehälter wurde durch die extremen
Preissteigerungen in null Komma nix um etliche Jahre
zurückgeworfen.

Als würde das allein nicht reichen, spitzt sich die
Lage an den Rohstoffmärkten durch Putins Krieg in der Ukraine
weiter zu. Wir sehen das tagtäglich Im Supermarktregal. Nach dem
Corona-Trend des Klopapierhamsterns folgen Sonnenblumenöl und Mehl.

Auch der Senf zu unserer Grillwurst steht schon in den
Startlöchern: als neuer Kandidat auf der Hitliste der steigenden
Preise. Die Folge: Das durchschnittliche Monatsnettoeinkommen in
Höhe von etwa 2000 Euro ist nur noch etwa 1850 Euro wert. Mit
anderen Worten: Unsere Gehälter sind spürbar gesunken.

„Wir haben
Inflation in Rekordhöhe, die Rohstoffpreise steigen und steigen,
wir haben Lieferkettenengpässe und Sie wollen jetzt mehr Gehalt?!“

„Ja, genau, jetzt erst recht!“ müsste (Konjunktiv, wohlgemerkt) die
erste Reaktion lauten – „trotz oder wegen alldem!“ Bis vor wenigen
Jahren sprachen wir bei einer Gehaltsanpassung in Höhe von etwa
dreiProzent noch von einem Inflationsausgleich, additionally der Erhaltung der
Kaufkraft.

Heute würde selbst eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent
rechnerisch ein Minus von über zwei Prozent bewirken. Bei unserem
Beispiel von 2000 Euro netto hieße das: Aus 2100 Euro nach der
fünf-Prozent-Gehaltsanpassung wird actual etwa 1940 Euro*.

Zudem spüren
wir bei einem Einkauf, dass unsere „persönliche Inflationsrate“ die
Werte der offiziellen Teuerungsrate oft noch übertrifft. Der
Warenkorb der Statistiker umfasst etwa 650 Güter und
Dienstleistungen, mit einer Gewichtung der einzelnen Positionen und
Preise an den Haushaltsausgaben, die nur alle fünf Jahre aktualisiert
wird.

Demnach stimmt der offizielle Warenkorb selten bis gar nicht
mit unserem eigenen Einkaufswagen an der Kasse überein. Eine
nennenswerte Gehaltserhöhung müsste sich demnach in einem Bereich
von zehn bis 15 Prozent oder sogar mehr bewegen. Was additionally tun?

Die Inflation struggle noch nie ein guter Grund für mehr Gehalt

Doch die Inflation als Grund für eine Gehaltserhöhung, die den Wortteil Erhöhung auch verdient hat, anzuführen, struggle noch nie ein guter Grund. Selbst die momentanen Inflationshöchstwerte würden argumentativ zum Boomerang werden.

Denn die Inflation betrifft uns alle: Die Produktions-, Lager-, Liefer-, Betriebskosten steigen für den Arbeitgeber genauso wie die Lebenshaltungskosten auf Verbraucherebene, wenn nicht um ein Vielfaches mehr.

Die bereits erwähnten geschlossenen Seehäfen aufgrund Chinas Zero-Covid-Politik haben Auswirkungen auf den weltweiten Warentransport. Kostete ein 40-Fuß-Container auf seinem Seeweg von Shanghai nach Rotterdam im Januar 2020 noch 2000 US-Dollar (USD), so ist dessen Preis im Januar 2022 auf sagenhafte 14.028 USD gestiegen, das sind mehr als 600 Prozent!

Die Frage ist additionally: Wie überzeuge ich gerade jetzt meinen Chef, dass ich mehr verdiene?

Machen Sie sich konkret Gedanken dazu, was Sie in Ihrem Wirkungsbereich wirklich leisten. Dazu sollten Ihre Überlegungen für eine adäquate Gehaltserhöhung eher in folgende Richtung gehen:

  • Habe ich mittlerweile mehr Aufgaben im Vergleich zur ursprünglichen Arbeitsbeschreibung?
  • Habe ich größere Projekte koordiniert, betreut oder erfolgreich abgewickelt?
  • Habe ich Kolleginnen oder Kollegen angelernt oder auch geführt?
  • Habe ich entscheidende Erfahrungswerte dazugewonnen, die künftig für mehr Effizienz und noch bessere Arbeitsergebnisse sorgen?
  • Konnte ich wichtige Prozesse mit nachhaltiger Auswirkung auf die Wertschöpfungskette des Unternehmens optimieren?
  • Habe ich einen wichtigen, umsatzstarken Kunden reaktiviert oder gewonnen?
  • Habe ich eigene Ideen zur Produkt- oder Prozessverbesserung beigesteuert?
  • Konnte ich im Einkauf besonders gute Konditionen (zum Beispiel für die neue Software) erzielen?

Wagen Sie den Perspektivwechsel: Weg von der Rolle eines „Bittstellers“ hin zum Gesprächspartner auf Augenhöhe

Werden Sie sich Ihres (Mehr)Wertes bewusst und machen Sie sich klar, dass gerade in diesen herausfordernden Zeiten der „Rekordinflation“, der Pandemie (nein, sie ist leider noch nicht vorbei), der geopolitischen Spannungen und der Herausforderung durch den Klimawandel das Leben weitergeht.

Die Umsätze laufen weiter, die Gewinne auch, etliche Unternehmen melden steigende Absätze, Firmen werden weiterhin übernommen und für gute Köpfe gutes Geld gezahlt.

Zudem fehlt es immer mehr an guten Mitarbeitenden. Der vieldiskutierte Fachkräftemangel verschärft sich zusehends. In vielen Branchen (Pflege, IT, Mechatronik, Klempnerei, Fahrzeugbau) fehlen Fachleute.

Zusätzlich sind rund 1800 offene Stellen im Management in den 40 DAX-Konzernen zu vergeben. Das Werben um junge und intestine qualifizierte Talente auf dem Arbeitsmarkt, der „War for Talents“ geht munter weiter.

Versetzen Sie sich in die Rolle Ihres Arbeitgebers. Diesen kostet es ebenfalls Zeit und Geld, eine, vielleicht Ihre, Stelle neu zu besetzen. Etwa ein halbes Jahresgehalt, je nach Position auch bis zu zwei Jahresgehälter oder mehr, kostet es, einen intestine eingearbeiteten Mitarbeitenden zu ersetzen.

Fragen Sie sich, was jetzt für Ihre Organisation, für Ihr Unternehmen zählt:

  • Vor welchen Herausforderungen steht meine Branche?
  • Wie kann es gelingen, Prozesse ressourcenschonender zu gestalten?
  • Was kann unsere Firma dazu beitragen, um umweltschonender zu werden (zum Beispiel: Recycling, Trennung von Müll in verschiedene Rohstoffe, dadurch weniger Gesamtabfall)
  • Wie kann ich zu einer guten Kundenbindung beitragen?
  • Welche Idee habe ich, um unser Unternehmen im Markt besser zu positionieren?
  • Welche Vision verfolge ich in meinem Wirkungsbereich?

Jetzt erst recht!

Wenn Sie sich diese Hintergründe bewusst machen und Ihnen dazu noch der Perspektivwechsel gelingt, Sie sich in die Lage Ihres Vorgesetzten mit seinen Beweggründen, Überlegungen oder auch Bedenken hineinzuversetzen, werden Sie nicht als Bittstellerin oder Bittsteller wahrgenommen, sondern als ernstzunehmender Gesprächspartner auf Augenhöhe.

Ihre Zutaten für das nächste Entwicklungs- oder Gehaltsgespräch: Mut, Haltung und eine fundierte Vorbereitung

Jetzt gilt es, die Weichen für die kommenden Monate und Jahre zu stellen. Denn gerade jetzt zählt es, wenn die Unternehmen eine gute Kundenbindung unterhalten, Prozesse im Unternehmen optimieren oder aufsetzen, die laufenden Großprojekte erfolgreich zu Ende führen und Innovationen entwickeln. Dazu braucht es überall gute und mitdenkende Mitarbeitende.

Verkaufen Sie Ihrem Arbeitgeber in Ihrem Gehaltsgespräch Ihre Mehrleistung und vielleicht haben Sie ja die zündende Idee, wie Ihre Organisation die Herausforderungen durch die Digitalisierung, Abhängigkeiten von Rohstoffen, Klimawandel und demografischer Entwicklung angehen kann und was Sie konkret in Ihrem Wirkungsbereich dazu beisteuern können?

Vielleicht ist es hilfreich, sich einmal Gedanken zu machen, nicht alles Just-in-Time zu fertigen, Abhängigkeiten weiter auszubauen und nahezu sämtliche Fertigungsprozesse billig (?) nach Fernost auszulagern, statt vor Ort zu produzieren. Zu teuer? Wie teuer ist nochmal der 40-Fuß-Container von Shanghai nach Rotterdam?

*= Rundungsdifferenzen vorhanden





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