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Hälfte der Soldaten tot oder verwundet – Die wahren Verluste der Russen


Militärexperte analysiert: Hälfte von Putins Soldaten könnte tot oder verwundet sein – Die wahren Verluste der Russen

Ein „Blitzkrieg“ ist für die Putin-Armee kein Thema mehr. Mittlerweile zeigt sich, dass die angeblich so gigantische russische Armee ein Scheinriese ist. Ein Militär-Experte aus den USA hat nun die möglichen Verluste Russlands durchgerechnet – und kommt zu einem schockierenden Ergebnis, das auch europäische Fachleute für plausibel halten.

Zu Beginn des Krieges am 24. Februar rechneten Experten mit einem „Blitzkrieg“. Angesichts der zahlenmäßigen Übermacht der russischen Armee schien es nur eine Frage von Tagen zu sein, bis Putins Truppen die Ukraine gänzlich überrollt und Kiew eingenommen hätten.

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Dem russischen Diktator stand auf dem Papier eine gigantische Armee mit über 900.000 Mann zur Verfügung – viereinhalbmal so viele wie der Ukraine. Die Russen hatten im Vergleich zur Ukraine dreimal so viele Kampfpanzer und Geschütze im Arsenal und weitere zig Tausende gepanzerte Fahrzeuge. Dazu die gefürchteten Hyperschall-Raketen und eine zehnfach überlegene Luftwaffe.

Doch Papier ist geduldig.

Zahlen der russischen Militär-Statistik übertrieben

Außenpolitik-Experte Thomas Jäger von der Uni Köln zu FOCUS Online: „Die russischen Zahlen zu Truppenstärke und Kampfkraft trügen wie bei jeder Armee.“ Von den angeblich rund 1 Million russischen Soldaten seien allenfalls 200.000 für einen Kampfeinsatz vorgesehen, so Jäger. Der Rest sei im Bereich Verwaltung, Service oder Logistik beschäftigt oder wehrpflichtig.

Ähnlich sieht es beim Material aus: Genau wie bei der Bundeswehr sei auch von den russischen Panzern, Jets und Schiffen nur ein Bruchteil einsatzfähig. Hinzu komme die in Russland grassierende Korruption, die ebenfalls zu Lasten der Material-Tauglichkeit gehe. Höchstwahrscheinlich seien die Zahlen der russischen Statistik übertrieben, viele Waffensysteme veraltet, untauglich oder existierten tatsächlich nur auf dem Papier.

Beispiel Truppenstärke: Von den rund 200.000 kampffähigen Soldaten können nicht alle an die russisch-ukrainische Front. Viele müssen in anderen Militär-Basen an den schier endlos langen russischen Grenzen bleiben. US-Militärexperte Michael Kofman rechnet mit maximal rund 125.000 Soldaten, die Putin bislang in den Ukraine-Krieg geworfen hat. Kofman ist Analyst beim Center for a brand new American Security, einem regierungsnahen Think Tank in Washington.

Die ursprüngliche Truppenstärke der russischen Angreifer zu Beginn des Kriegs schätzt Kofman auf maximal 90.000 Mann, ergänzt um Hilfstruppen mit maximal 25.000 Soldaten – additionally insgesamt 115.000. Dazu seien als Verstärkung im weiteren Kriegsverlauf bis zu 12.000 Soldaten dazugekommen. Die von russischer Seite kolportierte Zahl von 190.000 Mann oder andere Schätzungen, die von 150.000 sprechen, hält Kofman angesichts der tatsächlich etwas niedrigeren Bataillonsstärken der Russen für übertrieben.

Er geht additionally davon aus, dass Wladimir Putin bislang additionally maximal rund 127.000 Soldaten in den Krieg geschickt hat. Und davon seien etwa zehn Prozent tot. Denn aus den unterschiedlichen Berichten aus Russland, der Ukraine oder von ausländischen Beobachtern gehe eine mittlere Zahl von 12.000 getöteten russischen Soldaten hervor.

Bis zu 50 Prozent von Putins Front-Soldaten könnten tot oder verwundet sein

Anhand von Statistiken vergangener Kriege und aktueller Daten schätzt Analyst Kofman zudem das Verhältnis getöteter zu verwundeten russischen Soldaten mit 1 zu 3,5 ein. Zu viele verwundete Soldaten – auch noch bedingt kampffähige – können für die Armee zum Problem werden, meint Kofman: „Einige Verwundete können immer noch kämpfen, aber Einheiten können aufgrund der Anzahl der Getöteten, Verwundeten und anderer Arten von Opfern kampfunfähig werden.“


So kommen zu 12.000 toten auch noch 42.000 verwundete russische Soldaten. Im Ergebnis sind damit 54.000 Mann von 127.000 nicht mehr oder nur bedingt einsatzfähig – additionally rund 43 Prozent. Geht man von einer geringeren Truppenstärke der Russen aus, dann wären bei insgesamt rund 110.000 Soldaten, die Putin an die Front geschickt hat, mittlerweile intestine 50 Prozent tot oder verwundet.

Kujat und Wyss halten Zahlen zu Toten und Verletzten für plausibel

Michel Wyss, Experte für Kriegsführung an der Militärakademie der ETH Zürich, gibt zu bedenken: „Exakte Angaben zur russischen Truppenstärke, zu Toten und Verwundeten gibt es schlicht nicht, die große Bandbreite an Schätzungen und Spekulationen reflektiert das.“ Wyss hält die Zahlen von Kofman, einem renommierten Experten zum Thema russisches Militär, aber für plausibel.

Das sieht auch der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, so: „Im Großen und Ganzen könnte die Zahl von 12.000 toten russischen Soldaten stimmen. Zehn Prozent halte ich für realistisch”, so Kujat zu FOCUS Online: „Das Verhältnis 1 zu 3,5 zwischen Toten und Verwundeten kommt mir etwas zu hoch vor. Da die russische Armee sich jedoch zu Anfang des Krieges in einen verlustreichen Häuserkampf gewagt hat, könnte aber auch das letzten Endes richtig sein.“

Gehen Putin jetzt die Soldaten aus? Wie will der Diktator die Verluste wieder wettmachen? Wer soll nun als Kanonenfutter für seine Weltmachtgelüste dienen?

„Grausame Normalität des Krieges“: Soldaten sterben immer

Wyss: „Gemäß öffentlich verfügbaren Informationen bemüht sich die russische Militärführung, Verluste in ihren Formationen zu kompensieren, indem sie kurzzeitige und für russische Verhältnisse sehr intestine bezahlte Verträge für Berufssoldaten anbietet.“ Da wehrpflichtige Soldaten nicht in einen Kampfeinsatz geschickt werden dürfen, wendet die russische Militärführung eine Trick an: „Zudem wird versucht, auch Reservisten und Wehrpflichtige dazu zu bewegen, entsprechende Verträge zu unterschreiben, als Berufssoldaten in der Ukraine zu dienen“, erklärt Wyss: „Diese Maßnahmen zielen darauf ab, eine Teil- oder gar eine Generalmobilmachung solange wie möglich zu umgehen.“

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Harald Kujat hält trotz des Einsatzes jüngerer Soldaten einen langen Krieg für wahrscheinlich: „Dass Russland bereits jetzt die Soldaten ausgehen, glaube ich nicht. Im Krieg hat man immer ein Personalproblem und verliert immer Material – das ist die grausame Normalität eines Krieges. Dezimierte Bataillone werden dann herausgezogen, regeneriert und mit jungen Soldaten aufgefrischt. Auf Dauer kann das für Russland problematisch werden, aber jetzt sehe ich das noch nicht.“

Der ehemalige Generalinspekteur gibt zu bedenken: „Klar ist, dass wir die russischen Streitkräfte zu Beginn des Krieges überschätzt haben. Jetzt sollten wir aber nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen.“

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matt/





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