Politics

Mache der Jury keinen Vorwurf, dafür den sozialen Medien


Von Alisha Pälmke

In einem TV-Interview spricht Amber Heard zum ersten Mal öffentlich über den Johnny Depp-Prozess.

Amber Heard (36) und Johnny Depp (58) lieferten sich eine bittere, sechswöchige Schlammschlacht vor Gericht. SIE hatte ihm häusliche Gewalt vorgeworfen, ER ihr Verleumdung. Am Ende ging Depp aus dem Prozess als großer Gewinner hervor.

Die Jury entschied: Depp wurde zu Unrecht und mit böswilliger Absicht von Heard der häuslichen Gewalt beschuldigt. Sie muss ihm nun 9,67 Millionen Euro Schadensersatz zahlen.

Im Interview mit dem US-Sender „NBC“ spricht Amber Heard jetzt erstmals öffentlich.

Das Gespräch, das am Donnerstag aufgezeichnet wurde, wurde am Montagmorgen ausgestrahlt, weitere Ausschnitte folgen Dienstag und Mittwoch ab 7 Uhr Ortszeit in der „Today Show“. Das komplette einstündige Interview ist am Freitag ab 20 Uhr Ortszeit auf Dateline zu sehen.

Wem die Schauspielerin einen Vorwurf macht

Der Jury mache sie keinen Vorwurf, dafür den sozialen Medien, so Heard.

„Selbst jemand, der sicher ist, dass ich all diesen Hass und diese Kritik verdiene, selbst wenn man denkt, dass ich lüge, kann man mir trotzdem nicht sagen und mir dabei in die Augen schauen, dass es in den sozialen Medien eine gerechte Darstellung gegeben hat“, so Heard im Gespräch mit Moderatorin Savannah Guthrie (50).

Was genau sie damit meint? Schon während des Prozesses machten Hashtags wie #justiceforjohnnydepp (dt: Gerechtigkeit für Johnny Depp) und #amberheardisguilty (dt.: Amber Heard ist schuldig) im Netz die Runde.

Mit fast 20 Milliarden Hashtag-Aufrufen auf TikTok war schnell klar: Social Media steht hinter dem „Fluch der Karibik“-Star, wovon laut Heard auch die Jury beeinflusst wurde.

„Wie hätten sie ein anderes Urteil fällen können? Wie hätten sie nicht zu diesem Entschluss kommen können?“, so Heard. Zwar wurde die Jury angewiesen, sich von sozialen Medien fernzuhalten, Heards Rechtsteam hält das aber für unwahrscheinlich.

„Es ist unmöglich, dass sie davon nicht beeinflusst wurden, und es war schrecklich“, sagte Heards Anwältin Elaine Charlson Bredehoft zu NBC. Es sei online „eine wirklich, wirklich einseitige Darstellung“ gewesen.

Deswegen gibt Amber Heard „der Jury keine Schuld“. Warum die Leute ihren Ex-Mann so feiern? Heard im Interview: „Er ist ein beliebter Charakter, und Menschen haben das Gefühl, ihn zu kennen. Er ist ein herausragender Schauspieler.“

Was Amber Heard jetzt plant

Die Schauspielerin hat bereits verkündet, in Berufung gehen zu wollen. Warum? Weil in einem Berufungsverfahren Profi-Richter sitzen, die unbeeinflusster sein sollen.

Der renommierte Fachanwalt Dr. Jürgen Rodegra erklärt gegenüber BILD, dort sei „keine Laien-Jury, die oftmals, auch bei der Höhe der Summe, aus dem Bauch heraus entscheidet.“

Der Kampf ist für Amber Heard also noch lange nicht beendet. Welche Konsequenzen das dann für Johnny Depp hätte? Rodegra: „Für Depp könnte so eine Berufung bedeuten, dass die Summe ordentlich noch nach unten korrigiert wird.“



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