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Novak Djokovic: Die 4 möglichen Szenarien im Einreise-Drama um den Tennis-Star


Einreisedrama um Tennis-Star: Titel oder fünf Jahre Knast? Die vier möglichen Szenarien im Fall Djokovic

Obwohl Novak Djokovic vor Gericht siegt, ist weiterhin unklar, ob er an den Australian Open teilnehmen darf. Die australische Regierung könnte ihm sein Visum erneut entziehen. Im schlimmsten Fall droht dem Tennis-Star sogar eine Haftstrafe.

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Nach seinem Sieg vor Gericht darf Novak Djokovic sein Quarantänehotel verlassen und sich bis auf Weiteres frei bewegen. Nach seiner langen, unfreiwilligen Auszeit bereitet sich der 20-fache Grand-Slam-Sieger aktuell auf die Australian Open vor, an denen er – Stand jetzt – teilnehmen darf.

Doch das letzte Wort ist in diesem verworrenen Fall noch nicht gesprochen. Die australische Regierung hat bereits klargestellt, dass sie Djokovic auch im Falle eines Sieges vor Gericht das Visum wieder entziehen könne.

“Nach der heutigen Entscheidung des Bundesgerichtshofs liegt es im Ermessen von Immigrationsminister Alex Hawke, die Annullierung des Visums von Herrn Djokovic im Rahmen seiner persönlichen Annullierungsbefugnis gemäß Abschnitt 133C(3) des Migrationsgesetzes zu erwägen. Der Minister prüft die Angelegenheit derzeit und das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen”, hieß es in einem Statement am Montag.

Noch haben Hawke und Behörden keine Entscheidung gefasst. Die Angaben, die Djokovic bei seiner Einreise, auch in Zusammenhang mit seiner erneuten Corona-Infektion im Dezember gemacht hat, werden ausführlich geprüft. Wie geht es mit dem Serben weiter? Die Szenarien reichen vom Turniersieg bei den Australian Open bis hin zu einer Haftstrafe.

Szenario 1: Djokovic darf an den Australian Open teilnehmen

Sollten Hawke und die australische Regierung nicht von ihrem Recht Gebrauch machen, Djokovics Visum erneut zu annullieren, würde der aktuelle Weltranglistenerste regulär am Grand-Slam-Turnier teilnehmen. Für den 34-Jährigen wäre es das Best-Case-Scenario. Die Vorbereitung verlief mit der langen Quarantäne, in welcher der 20-fache Grand-Slam-Champion nicht trainieren konnte, alles andere als optimal.

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Doch die Australien Open sind Djokovics Lieblingsturnier. Der Serbe ist mit neun Titeln in Melbourne Rekordsieger. Tennis-Legende Boris Becker räumt  Djokovic in diesem Szenario sogar Titelchancen ein. “Wenn er angreifbar ist, dann in der ersten Turnierwoche”, sagte Becker im “Eurosport”-Podcast “Das Gelbe vom Ball”, und führte  aus: “Wenn er die übersteht, dann ist er der Turnierfavorit.” Grund dafür sei die “Straßenkämpfer-Mentalität” des 34-Jährigen.

 

Sollte Djokovic nach dem Finale am 30. Januar tatsächlich als strahlender Sieger in der Rod Laver Arena stehen, würden die Diskussionen um seine Person nicht abreißen. Sein öffentliches Image ist womöglich irreparabel beschädigt. Für ihn persönlich wäre ein Sieg in Melbourne unter diesen Umständen dennoch monumental. Es wäre ein Triumph über die australische Behörden und über seine zahlreichen Kritiker.

Szenario 2: Djokovic-Fall wird während Australian Open neu verhandelt

Dass die australische Regierung komplett aufgibt oder Djokovics Fall erst nach dem Turnier neu aufgerollt wird, erscheint unwahrscheinlich. Das Gericht in Melbourne entschied zugunsten von Djokovic, da es bei der Annullierung seines Visas prozedurale Fehler gegeben hatte. Unter anderem wurde dem serbischen Tennis-Star eine Deadline am 6. Januar um 8:30 Uhr gesetzt, um Dokumente nachzuliefern, die den Entzug seines Visums verhindern würden. Die Einreisebehörde fällte ihre Entscheidung aber bereits um 7:42 Uhr.

 

Das Gericht hat allerdings nicht beurteilt, ob Djokovics Ausnahmeregelung für eine Einreise rechtlich legitim ist. In dieser Hinsicht sind noch einige Fragen offen. Unter anderem erfuhr Djokovic laut eigener Aussage am 16. oder 17. Dezember von seiner Corona-Infektion. Die Deadline des Tennisverbands ATP, um sich als Ungeimpfter für eine medizinische Ausnahmegenehmigung zu bewerben, lief bereits am 10. Dezember ab. Djokovic konnte diese gar nicht einhalten.

Sollte der Fall “Djokovic” noch während des Turniers neu aufgerollt werden, könnten die Veranstalter der Australian Open den Serben laut “Bild” vorsichtshalber vom Turnier ausschließen.

Szenario 3: Djokovic-Fall wird vor Turnierbeginn neu verhandelt – er bekommt Einreiseverbot

Wird der Fall noch schneller verhandelt, könnte Djokovic bereits vor dem Start der 1. Runde am 17. Januar des Landes verwiesen werden. Richter Anthony Kelly hatte bereits bei der Urteilssprechung zugunsten Djokovics darauf verwiesen, dass ihm bei einer erneuten Abschiebung ein Einreiseverbot von bis zu drei Jahren drohe. In diesem Fall könnte die aktuelle Nummer eins der Welt erst wieder an den Australian Open 2026 teilnehmen.

Szenario 4: Djokovic muss ins Gefängnis

Für den 20-fachen Grand-Slam-Sieger könnte es sogar noch schlimmer kommen. Bei der Frage im Einreiseformular, ob er in den letzten 14 Tagen vor seiner Einreise in Melbourne andere Länder bereist hätte, verneinte Djokovic. Alledings ist belegt, dass Djokovic in dieser Zeit unter anderem in Spanien trainiert hat. Der Serbe selbst schrieb in einem Statement von “einem menschlichen Fehler” seines Managements, das das Formular ausgefüllt hätte. Es wäre sicher keine Absicht gewesen.

Dieser Fehler könnte weitreichende Folgen nach sich ziehen. Eine falsche oder irreführende Angabe im Einreiseformular ist laut Internetseite des australischen Grenzschutzes “ein schweres Vergehen”. Bis zu zwölf Monate Haft können demnach bei einer Verurteilung drohen.

Eine noch längere Haftstrafe könnte Djokovic aufgrund seiner Aussage vor Gericht erwarten. Dem “Mirror” zufolge erklärte der 34-Jährige in seinem Verfahren, er habe am 16. Dezember von seinem positiven PCR-Testergebnis erfahren. Später behauptete er in einem Statement, dies sei erst am 17. Dezember geschehen. Laut australischem Gesetz kann eine Falschaussage vor Gericht mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Selbst wenn Djokovic ohne Hafturteil aus Australien ausgewiesen wird, droht ihm Ärger in seiner serbischen Heimat. Der Tennis-Star gab zu, dass er unmittelbar nach seinem positiven Corona-Test noch PR-Termine wahrgenommen hatte und schrieb von einer “Fehleinschätzung”.

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In Serbien ist nach einer Infektion mit Covid-19 allerdings eine zweiwöchige häusliche Isolation gesetzlich vorgeschrieben. “Sollte er als wissentlich positiv Getesteter zu der Veranstaltung gegangen sein, hätte er klar gegen serbische Gesetze verstoßen”, bestätigte die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic gegenüber der “BBC”.  Laut Art. 248 im serbischen Strafgesetzbuch droht für einen solchen Verstoß eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

  

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jh/

 

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