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Öl- und Gasexporte: Moskau rechnet mit 13,7 Milliarden Euro Mehreinnahmen


Stand: 28.05.2022 14:54 Uhr

Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine steigen die Energiepreise. Russland rechnet deshalb in diesem Jahr mit quick 14 Milliarden Euro Mehreinnahmen. Ein Teil des Geldes soll für den Krieg ausgegeben werden.

Kurz vor dem EU-Gipfel zu einem möglichen Öl-Embargo gegen Russland hat Moskau erstmals seine Mehreinnahmen durch die worldwide hohen Energiepreise beziffert: Er rechne in diesem Jahr mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von umgerechnet 13,7 Milliarden Euro durch Öl- und Gasexporte, sagte der russische Finanzminister Anton Siluanow im staatlichen Fernsehen. “Wir erwarten bis zu eine Billion Rubel mehr an Öl- und Gaseinnahmen.”

Die Regierung wolle die zusätzlichen Einnahmen in diesem Jahr eher ausgeben, als zur Seite legen. Das Geld solle für “zusätzliche Zahlungen” für Rentner sowie Familien mit Kindern ausgegeben werden und für die “Spezialoperation” in der Ukraine, sagte der Finanzminister. 

Der Westen hat wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine eine Reihe von Sanktionen gegen Moskau verhängt. Die Öl- und Gaslieferungen Russlands sind bislang davon ausgenommen. Wegen der weltweit infolge des Krieges sehr hohen Energiepreise streicht Moskau derzeit Rekordeinnahmen ein.

EU-Gipfel berät über schärfere Sanktionen

Beim EU-Gipfel am Montag in Brüssel soll es um neue Finanzhilfen für die Ukraine und neue Sanktionen gegen Moskau gehen. Die Mitgliedstaaten der EU wollen schneller unabhängig werden von fossilen Brennstoffen aus Russland. Ob sie sich aber auf ein Öl-Embargo einigen können, ist unklar.

Vor allem Ungarn blockiert bisher einen solchen Schritt, der einstimmig beschlossen werden müsste. Das Land bezieht nach eigenen Angaben 65 Prozent seines Rohöls aus Russland und verlangt large Finanzhilfen im Gegenzug für eine Zusage zum Embargo.

BDI-Chef: Können Gas-Stopp “noch nicht verkraften”

Der Präsident des Industrieverbands BDI, Siegfried Russwurm, warnte derweil vor einer kompletten Einstellung von Energie-Importen aus Russland. “Es gehört zur Ehrlichkeit dazu, dass wir einen Stopp der russischen Gaslieferungen auch heute noch nicht verkraften könnten – da sind sich Wirtschaft und Bundesregierung einig”, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).



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