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Olaf Scholz ruft zu Zusammenhalt in 2022 auf



Erste Neujahrsansprache
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Olaf Scholz ruft Bevölkerung zu Zusammenhalt im neuen Jahr auf

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in seiner ersten Neujahrsansprache entschlossenes Handeln in der Corona-Krise angekündigt und die Menschen zum Impfen aufgerufen. Wichtige Projekte der Ampel-Koalition sollen rasch kommen – und Scholz findet klare Worte zum Ukraine-Konflikt.

Kurz nach der Bundestagswahl schien es noch möglich, dass Angela Merkel (CDU) eine 17. Neujahrsansprache in ihrer Funktion als geschäftsführende Kanzlerin halten könnte – je nachdem, wie lange die Koalitionsbildung dauern würde. Doch die Ampel-Koalition startete bereits Anfang Dezember und mit ihr Olaf Scholz (SPD) als neuer Bundeskanzler nach 16-jähriger Merkel-Ära. Seine erste Neujahrsansprache beginnt Scholz daher mit den Worten: „Heute geht ein Jahr zu Ende, das einige Veränderungen mit sich gebracht hat. Eine kleine Veränderung: Heute Abend richte ich als Ihr Bundeskanzler die Neujahrsansprache an Sie.“ Der reibungslose, mitunter fast freundschaftliche Übergang von der alten Bundesregierung zur neuen habe überall in der Welt viel Anklang gefunden, so Scholz.

Schnell kommt er jedoch auf die Krisen des zurückliegenden Jahres zu sprechen. „Die Corona-Pandemie mit ihren Belastungen und tiefgreifenden Einschränkungen steckt uns allen in den Knochen. Und auch das verheerende Hochwasser in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz wird niemand so schnell vergessen“, sagt Scholz. Er betont den Zusammenhalt in der Gesellschaft. „Nach der Flut haben wir alle zusammen angepackt. Gemeinsam haben wir geholfen, aufgeräumt und mit dem Wiederaufbau begonnen.“ Und im Kampf gegen die Pandemie hätten sich inzwischen mehr als 60 Millionen in unserem Land impfen lassen. Scholz wehrt sich gegen Äußerungen, wonach die Gesellschaft gespalten sei. „Ich möchte hier mit aller Deutlichkeit sagen: das Gegenteil ist richtig! Unser Land steht zusammen“, so der Bundeskanzler. „Ausdrücklich möchte ich heute allen danken, die sich tagtäglich für unser Wohl einsetzen.“

Unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen gerade zum Thema Corona seien oft anstrengend, so Scholz. „Aber eine starke Gemeinschaft hält Widersprüche aus – wenn wir einander zuhören. Und wenn wir Respekt voreinander haben.“ Die Pandemie sei nicht vorbei. Leider. „Nach den vergangenen 21 Monaten haben wir uns so sehr danach gesehnt“, sagt Scholz und bedankt sich bei den Bürgerinnen und Bürgern, dass sie auf Silverster-Party und Feuerwerk verzichten, um das Personal in den Krankenhäusern zu unterstützen. Scholz verspricht „schnelles und entschlossenes Handeln“ im Umgang mit der Omikron-Variante des Coronavirus. Er appelliert an die Menschen, die geltenden Kontaktbeschränkungen ernst zu nehmen und sich impfen zu lassen. „Ich weiß, dass manch einer und manch eine skeptisch ist. Sich sorgt, die Impfung könnte negative Folgen haben. Inzwischen sind allerdings fast vier Milliarden Menschen auf der ganzen Welt geimpft. Ohne größere Nebenwirkungen“, sagt Scholz. Das sei der Weg aus dieser Pandemie. „Bis Ende Januar wollen wir noch einmal 30 Millionen Impfungen schaffen“, so der Kanzler. 

Scholz stimmt die Menschen außerdem auf einige wichtige Projekte seiner neuen Regierung mit Grünen und FDP ein: Den „größten Umbau unserer Wirtschaft seit mehr als 100 Jahren“ für Klimaneutralität in nicht einmal 25 Jahren, massive Investitionen in erneuerbare Energien und die Erhöhung des Mindestlohns im kommenden Jahr auf 12 Euro.

Zum Start des deutschen G7-Vorsitzes betont Scholz die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in Europa und mit den USA. Und greift den Ukraine-Konflikt mit einer indirekten Mahnung an Russland heraus: „Die Unverletzlichkeit der Grenzen ist ein hohes Gut – und nicht verhandelbar“, sagte Scholz. Der Kanzler beendet seine erste Neujahrsansprache mit einem Wunsch: „Mein großer Wunsch für 2022: Bleiben wir zusammen!“



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