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Präsidenten-Stichwahl in Frankreich: Macron gewinnt Wahl



Erste Hochrechnungen
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Macron gewinnt Stichwahl um Präsidentenamt in Frankreich

Aus der Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich ist Amtsinhaber Emmanuel Macron laut Hochrechnungen erneut als Sieger hervorgegangen. Damit gelingt ihm als erstem Präsidenten seit 20 Jahren die Wiederwahl. Doch die Rechtspopulistin Le Pen schneidet so stark ab wie noch nie.

Emmanuel Macron hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich klar gewonnen. Laut einer Prognose des Meinungsforschungsinstituts Ipsos lag der Amtsinhaber bei 58,2 Prozent, seine rechtspopulistische Rivalin Marine Le Pen bei 41,8 Prozent. Damit fiel das Ergebnis zwar nicht so deutlich aus wie noch 2017, als Macron 66 Prozent der Stimmen auf sich vereint hatte. Le Pen, die ein rassistisches und EU-feindliches Programm umsetzen wollte, verfehlte aber ihr Ziel, in den Elysée-Palast einzuziehen. Die 53-Jährige trat bereits zwölf Minuten nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse vor die Kameras. „Ich werde mein Engagement fortsetzen“, sagte die Kandidatin kämpferisch.

Unter Macrons Anhängern, die sich zu Tausenden auf dem Pariser Marsfeld versammelt hatten, wurden die ersten Zahlen mit Erleichterung aufgenommen. „Der extremen Rechten ist es nicht gelungen, dieses Land an sich zu reißen“, sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian vor einem Meer von Frankreich- und Europaflaggen. Der Staatschef sollte am Abend vor der Kulisse des Eiffelturms sprechen. Vor fünf Jahren hatte die Siegesfeier im Innenhof des Louvre stattgefunden, den Macron zu den Klängen der Europahymne betrat.

Der französische Präsident hat sich nach seiner Wiederwahl demütig gezeigt und den Wählern seiner rechtspopulistischen Herausforderin Marine Le Pen Rücksichtnahme versprochen. Auf ihre „Wut und ihre abweichenden Meinungen“ müsse es „Antworten geben“, sagte Macron in seiner ersten Ansprache nach der Wiederwahl am Sonntagabend am Fuß des Eiffelturms in Paris. „Ich bin der Präsident von allen“, betonte Macron.

Die erste Runde vor zwei Wochen hatte Macron mit 27,8 Prozent vor Le Pen gewonnen, die auf 23,1 Prozent kam. Der Drittplatzierte, der linksradikale Jean-Luc Mélenchon, hatte seine Anhängerinnen und Anhänger noch am Wahlabend aufgerufen, keine Stimme an Le Pen gehen zu lassen. Eine Wahlempfehlung für Macron gab er aber nicht ab. Der Rechtsextremist Éric Zemmour, der mit sieben Prozent ausgeschieden battle, sprach sich für Le Pen aus.

Wahlbeteiligung bei intestine 70 Prozent

Die beiden Kandidaten gingen um die Mittagszeit ins Wahllokal. Macron und seine Frau Brigitte stimmten im schicken nordfranzösischen Badeort Le Touquet ab, Le Pen in ihrem Wahlkreis in Henin-Beaumont, ebenfalls im Norden. Die Beteiligung lag bei intestine 70 Prozent und damit rund zwei Prozentpunkte niedriger als noch vor fünf Jahren. Vor allem die Wähler Mélenchons hatten eine Enthaltung angekündigt. Nur rund 40 Prozent wollten für Macron stimmen, dem als erstem Präsidenten seit 20 Jahren die Wiederwahl gelang.

Seine beiden Vorgänger hatten den Amtsinhaber unterstützt: Der konservative Ex-Präsident Nicolas Sarkozy rief ebenso zur Wahl Macrons auf wie der Sozialist François Hollande. Zum zweiten Mal seit Beginn der Fünften Republik 1958 waren die Kandidaten der beiden Traditionsparteien, der Sozialisten und Konservativen, in der ersten Runde ausgeschieden. Die sozialistische Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, kam auf 1,7 Prozent. Die konservative Präsidentin der Hauptstadtregion Ile de France, Valérie Pécresse, schnitt mit 4,8 Prozent kaum besser ab. Unter Tränen forderte die 54-Jährige nach dem Fiasko ihre Anhängerinnen und Anhänger zu Spenden auf, um die Kosten ihres Wahlkampfes mitzutragen, die nur bei Ergebnissen über fünf Prozent zurückerstattet werden.

Bereits am Sonntagabend zeichnete sich ein harter Kampf um die Mehrheit in der Nationalversammlung ab, die im Juni neu gewählt wird. „Die Partie ist noch nicht zu Ende“, sagte Le Pen in ihrer Ansprache. „Wir starten die große Schlacht um die Parlamentswahlen.“ Auch Mélenchon erklärte die, „dritte Runde“ der Präsidentschaftswahlen habe bereits begonnen. Er wolle Premierminister werden. Zu diesem Zweck begann der 70-Jährige bereits Verhandlungen mit Kommunisten und Grünen über gemeinsame Kandidaten. In der Regel bringen die Parlamentswahlen dem Präsidenten eine Mehrheit. Eine Kohabitation, additionally die Zusammenarbeit zwischen Staats- und Regierungschef unterschiedlicher Parteien, ist nicht mehr vorgekommen, seit Präsidentschafts- und Parlamentswahl zeitlich eng beieinander abgehalten werden.

(lha/dpa/afp)



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