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Rassistisches Motiv bei Angriff mit zehn Toten in Buffalo?


Nach einem Angriff in einem Supermarkt in der amerikanischen Stadt Buffalo, bei dem zehn Menschen getötet wurden, geht das FBI dem Verdacht eines rassistischen Motivs nach. „Wir ermitteln in dem Fall sowohl wegen eines Hassverbrechens als auch wegen eines Falls rassistisch motivierten Gewaltextremismus”, sagte der für Buffalo zuständige FBI-Ermittler Stephen Belongia bei einer Pressekonferenz nach der Tat.


Sofia Dreisbach

Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

Bezirksstaatsanwalt John J. Flynn äußerte, „bestimmte Beweisstücke“ deuteten auf einen rassistischen Hintergrund der Tat hin; Details nannte Flynn keine. Elf der 13 Personen, auf die der Täter geschossen hatte, und von denen drei überlebten, waren Schwarze. Der Leiter der Polizeibehörde von Erie County nannte es schon da ein „rein rassistisch motiviertes Hassverbrechen“.

Wie am Samstagabend vor Gericht bekannt wurde, handelt es sich bei dem Schützen um den 18 Jahre alten Payton S. Gendron  aus Conklin, einer Kleinstadt intestine 300 Kilometer von Buffalo entfernt. Gendron hatte am Samstag um halb drei Uhr nachmittags vor und in einem Supermarkt in einem vornehmlich schwarzen Viertel der Stadt das Feuer eröffnet. Vor Gericht plädierte er noch am selben Tag auf nicht schuldig; angeklagt ist er wegen vorsätzlichen Mordes. Laut Polizei struggle Gendron bei der Tat schwer bewaffnet, trug militärartige Ausrüstung und einen Helm. Er struggle mit seinem Auto auf den Parkplatz gefahren, hatte dort auf vier Menschen und dann im Supermarkt weiter um sich geschossen.

Manifest voller Verschwörungstheorien

Der Angriff scheint von rassistischen Attentaten wie dem auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März 2019 und dem auf einen Supermarkt im texanischen El Paso im August 2019 befeuert gewesen zu sein. Aus Behördenkreisen hieß es, Ermittler untersuchten ein Manifest, das aus der Feder des Täters stammen soll. Es sei mit rassistischen und gegen Migration gerichteten Sichtweisen gespickt und soll laut dem Beamten auch die Verschwörungstheorie des „Genozids an Weißen“ vertreten. 

Der Autor des Recherchenetzwerkes Bellingcat, Robert Evans, schrieb am Samstag auf Twitter, der Täter behaupte in seinem Manifest, er habe den Supermarkt als Ziel ausgewählt, weil das Gebiet die höchste schwarze Bevölkerung in seinem Bundesstaat und eine strenge Waffenkontrolle habe. Mit zehn Toten ist der Angriff in Buffalo der bisher schwerwiegendste in diesem Jahr, wie aus Daten des Archivs für Waffengewalt hervorgeht, das solche Schießereien dokumentiert. 

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Den Angriff hat der Täter laut Beamten über eine Kamera an seinem Helm auf Twitch übertragen, einer beliebten Live-Streaming-Website, die vor allem für Videospiele genutzt wird. Twitch gab an, den Kanal offline genommen zu haben. Die „New York Times“ zitierte eine Sprecherin von Twitch mit den Worten, die Seite habe „eine Null-Toleranz-Politik gegen Gewalt jeglicher Art und arbeite schnell daran, auf alle Vorfälle zu reagieren. Der Benutzer wurde von unserem Dienst auf unbestimmte Zeit gesperrt, und wir ergreifen alle geeigneten Maßnahmen, einschließlich der Überwachung aller Konten, die diesen Inhalt erneut senden.“

Buffalos Bürgermeister Byron Brown sagte auf der Pressekonferenz: „Der Schütze stammte nicht aus dieser Gemeinde. Er reiste stundenlang von außerhalb dieser Gemeinde an, um dieses Verbrechen an den Menschen in Buffalo zu verüben.“ Es sei der schlimmste Albtraum, den eine Gemeinde erleben könne. „Wir groß der Schmerz der Familien und unserer Schmerz gerade ist, kann nicht in Worte gefasst werden.“ Karine Jean-Pierre, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, sagte in einer Erklärung, dass der Präsident Joe Biden vom Heimatschutzministerium informiert worden sei und stetig auf dem Laufenden gehalten werde. „Der Präsident und die First Lady beten für die Opfer und für ihre Angehörigen.“

Ein Polizist beschrieb in der Zeitung „The Buffalo News“ den Tatort: „Es ist, als würde man in einen Horrorfilm hineinlaufen, aber alles ist actual.“ Die Zeitung zitierte auch einen Mitarbeiter des Supermarkts, der eigenen Angaben nach kurz vor dem Vorfall in den Kühlraum gegangen struggle. „Ich versteckte mich. Ich habe mich einfach versteckt. Ich wollte den Raum nicht verlassen“, sagte er.



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