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Russisches Flaggschiff nach Explosion schwer beschädigt



Das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte ist nach einer Munitionsexplosion an Bord schwer beschädigt worden. „Infolge eines Feuers auf dem Lenkwaffenkreuzer „Moskwa“ ist Munition detoniert“, teilte die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Die gesamte Besatzung sei in Sicherheit gebracht worden, die Brandursache werde noch untersucht. Das 11.500 Tonnen schwere Schiff hat normalerweise eine Besatzung von rund 500 Personen an Bord.

Ukrainischen Angaben zufolge soll die „Moskwa“ bereits gesunken sein. „Wo ist die „Moskwa“? ‘Sie ist ertrunken’“, schrieb der ukrainische Präsidentschaftsberater Olexij Arestowytsch auf Twitter. Der Gouverneur der Region um die Hafenstadt Odessa, Maxim Marchenko, hatte zuvor in einem Online-Post erklärt, das Schiff sei von zwei ukrainischen Neptun-Marschflugkörpern getroffen worden. Beweise nannte er allerdings nicht. Das ukrainische Verteidigungsministerium reagierte bisher nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Der lettische Verteidigungsminister und stellvertretende Ministerpräsident Artis Pabriks verglich den möglichen Verlust der „Moskwa“ mit dem Verlust des deutschen Schlachtschiffs „Bismarck“ im Zweiten Weltkrieg. Es sei kein Wunder, dass sich Russland schäme, seine Öffentlichkeit „über den erfolgreichen Schlag gegen das Flaggschiff und das imperiale Denken Russlands zu informieren“, schrieb Pabriks.

Nach Angaben Kiews struggle die „Moskwa“ an einem der wichtigsten Gefechte zu Beginn des Krieges beteiligt, als ukrainische Grenzsoldaten auf der Schlangeninsel, einer kleinen Landzunge im Schwarzen Meer, von dem Schiff angegriffen wurden. 19 ukrainische Marinesoldaten gerieten bei der Attacke in russische Gefangenschaft. Ende März wurden sie nach Angaben des ukrainischen Parlaments im Rahmen eines Gefangenenaustauschs mit Russland freigelassen.

Russischen Nachrichtenagenturen zufolge ist die 1983 in den Dienst der Schwarzmeerflotte gestellte „Moskwa“ unter anderem mit 16 Anti-Schiffs-Marschflugkörpern vom Typ „Vulkan“ ausgestattet, die eine Reichweite von mindestens 700 Kilometern haben. Hinzu kommen demnach weitere Waffensysteme, darunter Anti-U-Boot-Waffen. Sie wurde zu Sowjetzeiten in der ukrainischen Stadt Mykolajiw gebaut. Im Jahr 2015 struggle das Kriegsschiff mit seiner 510-köpfigen Besatzung laut Tass im östlichen Mittelmeer im Einsatz gewesen, um von dort aus den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien abzusichern.

Fluchtkorridore sollen geöffnet werden

Die ukrainische Regierung hat derweil die Wiederöffnung von Fluchtkorridoren aus umkämpften Gebieten im Osten und Süden des Landes angekündigt. “Für heute sind neun humanitäre Korridore geplant”, erklärte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag auf Telegram. Am Vortag waren die Evakuierungen nach ukrainischen Angaben aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden.

Die russischen Truppen verstießen „gegen internationales Recht”, die Lage sei zu gefährlich, hatte Wereschtschuk am Mittwoch erklärt und auf von russischen Streitkräften blockierte Busse und Verstöße gegen Feuerpausen verwiesen. „Die humanitären Korridore in der Region Luhansk werden unter der Bedingung geöffnet, dass der Beschuss durch die Besatzungstruppen eingestellt wird”, erklärte sie nun.

In Erwartung eines russischen Großangriffs im Osten rufen die ukrainische Behörden die Bevölkerung der Donbass-Region seit Tagen auf, sich gen Westen in Sicherheit zu bringen. Bei einem Raketenangriff auf einen Bahnhof in der Stadt Kramatorsk waren in der vergangenen Woche dutzende Flüchtende getötet worden. Moskau und Kiew beschuldigten sich gegenseitig.



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