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So tickt der neue Schweizer Sternekoch vom Adlon


Von Sylvia Jost

Dieser junge Mann greift nicht nur nach den Sternen – er rockt sie!

Reto Brändli (31) ist der neue Zwei-Sterne-Koch im Adlon. Ein Schweizer mit einem Dialekt, so authentisch wie sein Humor. Ein kometenhafter Aufsteiger, der sich mit 29 Jahren seinen zweiten Michelin-Stern in St. Moritz erkochte. Und der nächste Woche im berühmtesten Hotel Deutschlands seine ersten Gäste begrüßt. 

B.Z. traf ihn vorab exklusiv und wollte wissen: Wie tickt der Schweizer Starkoch?

Brändli über:

… Berlin: „Hier kann man seeeehr intestine essen. Für mich vergleichbar mit Paris oder London.“

… Pünktlichkeit: „Ich bin immer 10 Minuten früher da. Ich hasse es zu warten, bin sehr ungeduldig. Das Berliner Bürgeramt hat mir da bei meiner Anmeldung den letzten Nerv geraubt.“

... (Schweizer) Käse: „Kommt bei mir nicht aufs Brot. Ich magazine lieber Wurst. Auch schon mal eine Bratwurst mit Bier beim Hertha-Spiel.“

... sein Leibgericht: „Ghackets mit Hörndli. Das ist ein Schweizer Gericht mit Hack und Hörnchennudeln in Rotweinsoße – mit Apfelmus. Das koche ich mir am liebsten selbst.“

Reto Brändli probiert seine Kreationen in der Küche Foto: Charles Yunck

… seine erste Kocherfahrung: „Mit 12. Ich hab in der Schule Hauswirtschaft gewählt, weil ich keinen Bock auf Technik hatte. Meine Freunde und ich sagten uns damals: Komm‘ gehen wir da hin, da kriegen wir wenigstens was zu essen!“

… seine Karriere: „Viel harte Arbeit. Oft 18 Stunden in der Küche und drei Stunden schlafen.“

… seinen Koch-Stil: „Ich spiele auf Basis der klassisch-französischen Küche mit Temperaturen und Aromen, um Gerichte leichter und frischer zu machen.“

… seine Kochideen: „Wenn ich nachts nicht schlafen kann, fallen mir manchmal Rezepte ein. Dafür hab ich immer einen Notizzettel neben dem Bett.“

… seine Schwäche: „Ich bin ein großer Chaot – ich verliere oft die Zettel!“ (lacht)

… süße Sünden: „Ich mache zwar im Adlon auch die Pâtisserie, aber ich selbst esse lieber herzhaft als süß.“

… Sport: „Früher hab ich sechs Tage die Woche Fußball und Volleyball gespielt. Heute fahre ich gern Ski und Snowboard – aber mit Wintersport habt ihr’s ja hier in Berlin eher nicht so…“

… Wandern: „Ganz ehrlich? Ich struggle noch nie auf einem Berg, den ich hochlaufen musste.“

… Angst: „Vor deutschen Autobahnen! Ich fahr‘ maximal 170 und da rauscht es noch immer hyperlinks an mir vorbei.“

… seine Tattoos: „Ich bin mit 17 von zuhause ausgezogen und hab mir meine Familie tätowieren lassen: für meine Eltern, meine zwei Brüder und mich je eine Lilie und unseren Anfangsbuchstaben. Dann kamen weitere japanische Motive hinzu. Meine ganze rechte Körperseite ist tätowiert.“

Auf seinem rechten Arm hat er japanische Kirschblüten und Wassermotive tätowiert, er ist ein Fan japanischer Perfektion Foto: Charles Yunck

… Glück: „Frei zu haben und leicht einen sitzen – das sagte doch schon ein berühmter Berliner Schauspieler…“ (Anm. d. Red: Harald Juhnke)

Und was kocht der Sternekoch am liebsten privat? „Ich magazine daheim eigentlich gar nicht kochen“, verrät er. Und mit einem Lausbuben-Grinsen fügt Brändli hinzu: „Aber ich muss!“ Meine Freundin kann nicht kochen.“

Ein kleines Willkommensgeschenk der B.Z.: eine Schweizer Kuh als Küchen-Uhr – fürs perfekte Timing Foto: Charles Yunck



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