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Ukraine-Krieg im Ticker: Moskau meldet Einnahme von Lyman


Der Kriegsverlauf in der Ukraine im Ticker: Ukrainisches Militär räumt Rückschlag in strategisch wichtiger Stadt Lyman ein

Laut britischem Geheimdienst nutzt Russland 50 Jahre alte T-62-Panzer für den Angriffskrieg in der Südukraine. Die ukrainische Armee in der Ostukraine steht weiter unter massivem Druck der russischen Armee. Alle Neuigkeiten zum Angriff auf die Ukraine finden Sie hier im Ticker.

Moskau meldet Einnahme von Lyman

11.46 Uhr: Die Stadt Lyman im Osten der Ukraine ist nach russischen Angaben eingenommen. Sie sei vollständig unter Kontrolle russischer Truppen und den mit ihnen verbündeten Einheiten der Volksrepublik Donezk, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zuvor hatten bereits pro-russische Separatisten der selbst ernannten Volksrepublik Donezk die Eroberung Lymans verkündet. Auch das ukrainische Militär hatte einen Rückschlag eingeräumt.

Cherson schließt Grenze für Flüchtlinge zu ukrainisch kontrolliertem Gebiet

10.54 Uhr: Das von russischen Truppen besetzte Gebiet Cherson im Süden der Ukraine hat die Grenze Richtung Norden für Flüchtlinge geschlossen. „Der Grenzübergang in Richtung der Gebiete Mykolajiw und Dnipropetrowsk ist angesichts des systematischen Beschusses vonseiten ukrainischer Kämpfer sehr gefährlich“, erklärte der Vizechef der prorussischen Militärverwaltung, Kirill Stremoussow zur Begründung der Entscheidung. Ausreisen aus dem Gebiet Cherson seien stattdessen über die Halbinsel Krim oder den russisch kontrollierten Teil des Gebiets Saporischschja möglich.

Die neue Verwaltung hat zahlreiche Initiativen unternommen, das Gebiet Cherson von der Ukraine abzuschneiden und an Russland anzubinden. So wurde die russische Landeswährung Rubel eingeführt, die Administration hat die Ausgabe russischer Pässe gefordert und den Eintritt des Gebiets in die Russische Föderation – selbst ohne vorheriges Referendum. Auf die letzte Initiative reagierte selbst Moskau zurückhaltend. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Menschen in der Region müssten selbst über ihr Schicksal entscheiden.

Die Schließung der Grenzen könnte dazu dienen, den Flüchtlingsstrom in ukrainisch besetzte Gebiete zu unterbinden. Nach Schätzungen der ukrainischen Gebietsverwaltung hat die Stadt Cherson seit ihrer Besatzung rund die Hälfte ihrer Bevölkerung verloren. Aus dem gleichnamigen Gebiet sei ein Fünftel der Bevölkerung geflohen, hatte Anfang Mai die ukrainische Gebietsverwaltung erklärt.

London: Russen könnten Einnahme von Lyman als wichtigen Erfolg verkaufen

10.25 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste dürften sich die russischen Streitkräfte in der Ukraine in den kommenden Tagen auf die Kleinstadt Lyman als Knotenpunkt konzentrieren. Die Stadt in der ostukrainischen Region Donezk sei Stand Freitag mutmaßlich bereits zu großen Teilen unter Kontrolle der Russen, hieß es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums am Samstag.

Mit einem großen Bahnknotenpunkt und Zugang zu wichtigen Straßen- und Eisenbahnbrücken über den Fluss Siwerskyj Donez habe Lyman eine große strategische Bedeutung, auch für Russlands weiteren Vormarsch im Donbass. Sollte es Moskau gelingen, die Stadt sowie die Region um die Großstadt Sjewjerodonezk unter seine Kontrolle zu bringen, werde der Kreml dies seinen Bürgern als wichtigen politischen Erfolg verkaufen, schreiben die Briten.

Ukrainisches Militär: Rückschlag in Lyman – Russen beschießen umliegende Ortschaften

08.50 Uhr: Das ukrainische Militär hat einen Rückschlag im Kampf um die strategisch wichtige Stadt Lyman im Donbass eingeräumt. Der Feind „versucht sich im Raum Lyman festzusetzen“, und beschieße bereits Ortschaften außerhalb der Stadt, heißt es im Lagebericht des ukrainischen Generalstabs am Samstag. Am Vortag hatte der Generalstab noch von Kämpfen in Lyman berichtet und mitgeteilt, die russischen Truppen versuchten, die ukrainischen Verteidiger aus der Stadt zu drängen. Die prorussischen Separatisten hatten am Freitag die Eroberung Lymans gemeldet.

Nun teilte der Generalstab mit, dass die russischen Truppen die Ortschaften Oserne und Dibrowa mit Granat- und Raketenwerfern beschießen. Beide Dörfer liegen südöstlich von Lyman. Das deutet darauf hin, dass die Front nun südlich der Stadt verläuft. Das russische Militär hatte Lyman von Norden her angegriffen. Die Stadt liegt strategisch wichtig an einer Kreuzung, von wo aus sowohl der Ballungsraum um die Großstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk als auch der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk attackiert werden kann.

Ukraine: Russland feuert auf 49 Regionen in Donezk und Luhansk – Fünf tote Zivilisten

Samstag, 28. Mai, 00.53 Uhr: Die Ukraine hat Russland für den Tod von fünf Zivilisten in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil der Region Donezk im Osten des Landes verantwortlich gemacht. „Heute haben Russen fünf Bürger des Donbass getötet und vier weitere verwundet“, schrieb der Gouverneur des Gebiets, Pawlo Kirilenko, am Freitag im Nachrichtenkanal Telegram. Die ukrainische Armee sprach ebenfalls von heftigen Angriffen per Artillerie, Panzer, Mörser und aus der Luft auf zivile Infrastruktur und friedliche Wohngebiete. „Die Okkupanten feuerten auf 49 Orte in den Regionen Donezk und Luhansk“, hieß es.

 

Das ukrainische Militär habe dem Angreifer dort Verluste beigebracht, darunter 60 getötete Kämpfer und fünf zerstörte Panzer, teilte die Armee mit. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen. Nach Angaben der Regierung konnten einige Dutzend Bewohner aus beschossenen Orten in dem von Kiew kontrollierten Teil des Donbass heraus gebracht werden. Ukrainische Medien berichteten zudem von Angriffen im Raum Charkiw.

Der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von einer schwierigen Lage in der heftig umkämpften Stadt Sjewjerodonezk. Zwar habe man genug Mittel, um die Verteidigung zu halten, sagte er. Es könne aber sein, dass sich das ukrainische Militär aus taktischen Gründen zurückziehe. Russische Soldaten seien in der Stadt.

Großstadt in der Ostukraine quick vollständig von russischen Truppen umstellt

18.20 Uhr: Die besonders schwer umkämpfte ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk ist nach Angaben der dortigen Militärverwaltung quick vollständig von russischen Truppen umzingelt. Zu zwei Dritteln sei die Großstadt im Gebiet Luhansk schon belagert, aber noch nicht komplett eingekesselt, sagte der Chef der lokalen Militärverwaltung, Olexandr Strjuk, am Freitag. Die Verteidiger leisteten weiter heftigen Widerstand. Dagegen behaupteten die prorussischen Separatisten der staatlichen Moskauer Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge, der Ring sei komplett geschlossen um die Stadt.

Nach Angaben von Strjuk sind rund 90 Prozent der Gebäude in der Stadt beschädigt, 60 Prozent müssten völlig neu gebaut werden. Er hatte zuvor mitgeteilt, dass seit Kriegsbeginn in Sjewjerodonezk rund 1500 Menschen getötet worden seien. Darunter seien sowohl Soldaten als auch Zivilisten, sagte Strjuk. Viele Menschen seien zudem geflüchtet. Von den einst 130.000 Einwohnern lebten mittlerweile nur noch rund ein Zehntel dort.

Mehr als drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs zählt die Großstadt Sjewjerodonezk zu den letzten Teilen von Luhansk, die noch von der ukrainischen Armee kontrolliert werden. Unweit der Stadtgrenze wird aber bereits heftig gekämpft. Beobachter erwarten seit Tagen, dass ukrainische Brigaden in Sjewjerodonezk von russischen und prorussischen Militärs eingekesselt werden könnten.

Mehrere Tote bei russischem Angriff auf Militärstützpunkt in Dnipro

13.34 Uhr: Bei russischen Angriffen auf einen Militärstützpunkt in der ukrainischen Stadt Dnipro sind nach ukrainischen Angaben „rund zehn Menschen“ getötet worden. „Ein Truppenübungsplatz der Nationalgarde ist heute Morgen von Iskander-Raketen getroffen worden“, sagte der Regionalleiter der Nationalgarde, Gennady Korban, am Freitag dem Fernsehsender Dnipro TV. Weitere 30 bis 35 Menschen seien verletzt worden.

Der Gouverneur der Region, Valentin Resnitschenko, hatte zuvor erklärt, dass durch die Angriffe „schwere Schäden“ entstanden seien und Rettungskräfte unter den Trümmern nach Opfern suchten. Dnipro ist eine große Industriestadt im Zentrum der Ukraine. Sie warfare bislang von größeren Kriegsschäden verschont geblieben und diente als Drehscheibe für Binnenflüchtlinge aus dem Osten des Landes.

Moskau bestätigt Angriffe auf ukrainische Gebiete Charkiw und Donezk

12.37 Uhr: Russlands Militär hat Angriffe auf die ostukrainischen Gebiete Charkiw und Donezk bestätigt. Auf eine ukrainische Brigade in der heftig umkämpften Stadt Bachmut in Donezk etwa seien Raketen abgefeuert worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag. Im Charkiwer Gebiet seien Militärobjekte ebenfalls mit Raketen beschossen worden. Die ukrainische Seite hatte bereits am Donnerstag mehrere Tote durch russischen Beschuss in Charkiw beklagt.

Russland führt seit dem 24. Februar Krieg gegen die Ukraine. Derzeit toben die schwersten Kämpfe im Osten des Landes. Die Region Luhansk ist zum Großteil von russischen und prorussischen Militärs eingenommen, die noch von Ukrainern kontrollierten Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk drohen eingekesselt zu werden.

Prorussische Separatisten verkünden Einnahme von ostukrainischer Stadt Lyman

11.03 Uhr: Prorussische Separatisten haben ihre Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Osten der Ukraine verkündet. Mit Unterstützung der russischen Streitkräfte hätten sie „die vollständige Kontrolle“ über Lyman erlangt, teilte der Generalstab der Separatisten in der Region Donezk am Freitag im Messengerdienst Telegram mit. Insgesamt hätten die Separatisten „220 Ortschaften befreit“. Lyman ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt nordöstlich von Slowjansk und Kramatorsk.

Die Eroberung von Lyman würde einen russischen Vormarsch auf die beiden Städte ermöglichen, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Die Ukraine hatte Slowjansk 2014 von den Separatisten zurückerobert. Kramatorsk ist die Hauptstadt des ukrainisch kontrollierten Teils der Region Donezk.

Russland und die Ukraine äußerten sich zunächst nicht zu der gemeldeten Einnahme. Eine unabhängige Überprüfung warfare nicht möglich. Am Dienstag hatten die Separatisten bereits gemeldet, sie kontrollierten die Hälfte der Stadt.

Abgeordneter: Rettungskräfte finden 70 Leichen auf Mariupoler Fabrikgelände

10.45 Uhr: In der mittlerweile von russischen Truppen eingenommenen ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind Angaben eines Lokalpolitikers zufolge Dutzende weitere Leichen von Bewohnern gefunden worden. Rettungskräfte hätten insgesamt rund 70 leblose Körper auf einem ehemaligen Fabrikgelände entdeckt, schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Freitag im Nachrichtendienst Telegram. Die Menschen seien unter den Trümmern begraben worden, als russische Besatzer das Gebäude beschossen, schrieb er. Überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

 

Militärverwaltung: 1500 Tote in ostukrainischer Stadt Sjewjerodonezk

09.10 Uhr: In der besonders schwer umkämpften ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind offiziellen Angaben zufolge seit Kriegsbeginn rund 1500 Menschen getötet worden. Darunter seien sowohl Soldaten als auch Zivilisten, sagte der Chef der lokalen Militärverwaltung, Olexandr Strjuk, am Freitag. Viele Menschen seien zudem geflüchtet. Von den einst 130.000 Einwohnern sei mittlerweile nur noch rund ein Zehntel da. Der Gouverneur des Luhansker Gebiets, Serhij Hajdaj, berichtete zudem von vier Toten durch russischen Beschuss auf Sjewjerodonezker Wohnviertel am Vortag.

Britisches Verteidigungsministerium: Russen wollen weiter Großstädte im Osten einkesseln

09.05 Uhr: Dem britischen Verteidigungsministerium zufolge versuchen russische Truppen weiterhin, die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk zu umzingeln. Das teilt das Ministerium in seinem täglichen Lagebericht mit. Zuletzt habe Russland mehrere Dörfer rund um die Stadt Popasna eigenommen.

Britisches Geheimdienst-Update: Russland setzt 50 Jahre alten T-62-Panzer in Südukraine ein

08.45 Uhr: In ihrem täglichen Geheimdienst-Update hat das britische Verteidigungsministerium verkündet, dass die russische Einheit SGF (Southern Grouping of Forces) wohl weiterhin im Süden der Ukraine bleiben wird. Nach ihren Informationen soll Russland nun 50 Jahre alte T-62-Panzer aus Russland in die Gebiete gebracht haben, wo die SGF stationiert ist. 

Laut des britischen Geheimdienstes sei der T-62-Panzer besonders anfällig für Panzerabwehrwaffen. Der Einsatz des 50 Jahre alten Panzers „zeigt Russlands Mangel an moderner und kampfbereiter Ausrüstung“, schreibt der Geheimdienst.


UN-Angaben: Rund 4000 tote Zivilisten in der Ukraine seit Kriegsbeginn

08.10 Uhr: Nach Angaben der UN sind seit Kriegbeginn rund 4000 Zivilisten in der Ukraine gestorben. Demnach wurden mindestens 3942 Zivilisten getötet. Weitere 4591 Personen wurden verletzt, wie das UN-Menschenrechtsbüro mitteilte. Die tatsächliche Zahl der getöteten Zivilisten liegt aller Wahrscheinlichkeit nach aber wesentlich höher, da Mittleungen aus den umkämpften Gebieten nur verzögert ankommen.

Weitere Meldungen zum Ukraine-Konflikt lesen Sie auf den nächsten Seiten.

In Moskau zeigt sich, wie hart die Sanktionen Russland treffen

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