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Virus-Explosion in neun Staaten Europas – und Deutschland tappt im Dunkeln


Der Jahreswechsel hat in Deutschland aus Corona-Sicht erneut Verbesserung gebracht. Am Sonntag, den 2. Januar, meldet das Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von 222,7 und 12.515 Corona-Neuinfektionen.

Wirklich belastbar sind diese Zahlen aufgrund des Meldeverzugs über die Feiertage nicht. Experten rechnen erst Mitte Januar wieder mit verlässlichen Statistiken. Dann wird sich wohl auch die Omikton-Variante stärker in Deutschland etabliert haben. Für den Moment lässt sich festhalten, dass Deutschland in Sachen Corona-Zahlen ziemlich im Dunkeln tappt.

Corona-Explosion in neun Staaten Europas – und Deutschland tappt im Dunkeln

In zahlreichen europäischen Ländern ist das anders. Freude kommt aber auch dort nicht auf. Das Problem: In einigen Staaten explodieren die Corona-Zahlen geradezu. Dabei ist es fast egal, wohin der Blick aus Deutschland geht, weil überall in Europa Länder zu finden sind, die aktuell mitten in einer heftigen Corona-Welle stecken.

FOCUS Online gibt einen Überblick über die aktuelle Corona-Situation in Europa. Die dazu erhobenen Daten stammen von “corona-in-zahlen” und “ourworldindata”. Neben den Zahlen vom 01. und 16. Dezember 2021 wurden die aktuellsten verfügbaren Zahlen erhoben (Stand 02. Januar, 20.00 Uhr). Die Zahlen aus Deutschland sind zu Vergleichszwecken ebenfalls aufgeführt.

Sieben-Tage-Inzidenz: So ist die Corona-Lage in Europa

Land Inzidenz 01.12 Inzidenz 16.12 Inzidenz aktuell
Deutschland 481,2 364,4 222,7
Dänemark 505,7 861,2 2378,1
Irland 639,4 593,1 2137,7
Großbritannien 436,8 587,4 1778,5
Frankreich 332,8 519,4 1633,9
Griechenland 427,6 319,6 1413,7
Portugal 205,8 278,2 1346,2
Spanien 130,2 313,4 1233,8
Schweiz 602,3 731,7 1207,3
Italien 143,1 215 1067,6
Belgien 1120,7 701,7 578
Niederlande 902,3 649,8 557,4
Finnland 144,4 212,4 538,9
Slowenien 741,8 442,3 496,7
Norwegen 384,6 630,8 444,4
Schweden 121 195,3 408,2
Tschechien 1221,6 791,3 336,5
Österreich 885,4 290,7 214,4
Polen 429,6 393,6 202,8

In neun Ländern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Moment über 1000

In gleich neun Ländern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell über 1000, in zweien sogar über 2000. Das ist insofern bemerkenswert, weil am 16. Dezember noch kein einziges Land über der 1000er-Marke lag.

Im Corona-Fokus stehen derzeit dabei vor allem Großbritannien (1778,5) und Frankreich (1633,9), die beide vor rund zwei Wochen noch bei etwas über 500 lagen und sich relativ ähnlich entwickeln. Das könnte auch mit dem Verkehr zusammenhängen, der durch das Nadelöhr Ärmelkanal auf die Insel läuft.

In beliebten Urlaubsländern im Süden explodieren die Corona-Zahlen

In den Urlaubsländern Spanien (1233,8), Griechenland (1413,7), Portugal (1346,2) und Italien (1067,6) sind die Verläufe ebenfalls ähnlich.

In Schweden (408,2) und Finnland (538,9) haben sich die Inzidenzen im Zeitraum von zwei Wochen seit Anfang Dezember immer in etwa verdoppelt, sind aber noch nicht auf einem extrem hohen Niveau. Hält die Tendenz an, sind aber auch diese Länder auf dem Weg zur 1000er-Marke.

Um Deutschland herum sinken die Inzidenzen seit Mitte Dezember kontinuierlich

Konträr verlaufen die Inzidenzen in Belgien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien und Polen. In all diesen Ländern lagen die Inzidenzen Anfang Dezember deutlich höher als sie derzeit sind. Allein mit Meldeverzug ist das nicht zu begründen, da in allen Ländern auch schon Mitte Dezember eindeutig niedrigere Werte verzeichnet wurden.

Keine klare Tendenz ist in Norwegen und Slowenien zu erkennen. Während die Skandinavier eine Fast-Verdopplung bis zur Monatsmitte verzeichneten und seitdem im Sinkflug sind, fielen die Zahlen in Slowenien bis zum 16. Dezember, steigen seitdem aber wieder leicht.

Neuinfektionen: Vier Länder schreiben über 100.000 neue Fälle pro Tag

Land Neue Fälle 01.12 Neue Fälle 16.12 Neue Fälle aktuell
Deutschland 75.456 51.400 12.515
Frankreich 49.610 60.866 219.126
Großbritannien 47.454 87.801 162.572
Spanien 10.536 28.900 161.688
Italien 15.073 26.104 141.256
Griechenland 6192 4696 40.560
Portugal 4670 5137 23.290
Irland 3790 4141 23.281
Dänemark 5120 9999 20.885
Schweiz 10.467 11.077 18.987
Belgien 20.409 11.851 15.686
Niederlande 18.520 16.325 15.674
Polen 29.076 22.096 12.033
Finnland 1570 1981 11.334
Schweden 2639 4022 11.121
Tschechien 22.042 11.652 5007
Österreich 10.367 3046 3608
Norwegen 3780 4520 2156
Slowenien 2264 1355 1663

Frankreich vervierfacht tägliche Corona-Neuinfektionen innerhalb von vier Wochen

Auch der Blick auf die Neuinfektionen liefert interessante Einblicke: Während in Deutschland besonders aufgrund der Feiertage die Fallzahlen in den Keller gehen, steigen sie in anderen europäischen Ländern rasant an. Die meisten Neuinfektionen verzeichnet Frankreich mit 219.126 – vor vier Wochen waren es noch weniger als 50.000, vor zwei Wochen rund 60.000.

Explodiert sind die Zahlen auch in Großbritannien. Von 47.454 am 1. Dezember über 87.801 Mitte des Monats bis auf 162.572 am 2. Januar. Am 1. Januar vermeldete das Vereinigte Königreich sogar 189.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

Spanien hat heute 16-mal so viele Neuinfektionen wie vor einem Monat

Knapp dahinter liegen die Urlaubsländer Spanien (161.688) und Italien (141.256). In beiden Ländern schossen die Zahlen innerhalb eines Monats in den Himmel. In Spanien waren es am 1. Dezember nur 10.536 neue Fälle – Anfang Januar sind es fast 16-mal so viele. Auch der Sprung in Italien, wo es vor vier Wochen noch 15.073 gemeldete Fälle an einem Tag waren, ist stattlich.

Weniger hohe Gesamtzahlen verzeichnen Griechenland (40.560), Irland (23.281), Portugal (23.290) und Dänemark (20.885) – das liegt aber vor allem an deren Gesamtgröße. In Griechenland sind es zehnmal so viele Fälle wie vor zwei Wochen, in Irland und Portugal rund fünfmal so viele. In Deutschlands Nachbarland Dänemark verdoppelte sich die Fallzahl seit Mitte Dezember 2021.

Besorgniserregend sind auch die Trends in Schweden und Finnland, die mit rund 11.000 Neuinfektionen aktuell auf einem ähnlichen Niveau liegen. Anfang Dezember waren es in beiden Ländern noch deutlich weniger (Schweden 2639, Finnland 1570), zur Monatsmitte (Schweden 4022, Finnland 1981) ebenso.

Schweiz und Österreich entwickeln sich konträr, Tschechien und Polen gleich

Interessant ist zu beobachten, wie die Entwicklung in den benachbarten Ländern Österreich und Schweiz verläuft. Nach rund 10.000 Fällen pro Tag Anfang Dezember sind es in der Schweiz heute fast doppelt so viele. Österreich verzeichnet mit 3608 Fällen hingegen nur noch etwa ein Drittel der Fälle im Vier-Wochen-Vergleich. Wieviel davon wirklich belastbar ist, wird sich aber erst nächste oder übernächste Woche zeigen können.

Ähnlich sind die Entwicklungen auch in Belgien und den Niederlanden. Beide lagen vor vier Wochen bei knapp 20.000, beide liegen nun bei rund 15.000 täglichen Neuinfektionen. Während die Niederlande aber bis auf 11.000 Fälle herunter war, war das Tal bei Belgien (16.325) etwas weniger tief.





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