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Warnung an Unterstützer der Ukraine: Putin droht mit schnellen Gegenschlägen


Stand: 27.04.2022 20:10 Uhr

Kremlchef Putin hat die Unterstützer der Ukraine vor Gegenschlägen gewarnt: Jedes Land, das von außen eingreifen wolle, werde eine “blitzschnelle” Antwort erhalten. Die westlichen Sanktionen bezeichnete er als gescheitert.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Unterstützern der Ukraine mit schnellen Gegenschlägen gedroht. Wer sich von außen einmischen wolle und eine für Russland unannehmbare strategische Bedrohung schaffe, müsse wissen, dass die Antwort “blitzschnell, rasch” sein werde, sagte er bei einer Versammlung von Spitzenfunktionären in St. Petersburg.

“Wir haben dafür alle Instrumente”, so Putin. “Und wir werden nicht prahlen. Wir werden sie anwenden, wenn es nötig ist. Und ich will, dass alle das wissen.” Die notwendigen Entscheidungen seien bereits gefällt.

Putin: Werden alle Ziele erreichen

Zugleich erklärte Putin den westlichen Versuch für gescheitert, die russische Wirtschaft mit Sanktionen abzuwürgen. Die “militärische Spezialoperation” in der Ukraine und im Donbass, wie er den Krieg nannte, werde alle ihre vorgegebenen Ziele erreichen.

Der Kremlchef hatte auch die Atomwaffen des Landes als Warnung an die NATO in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen lassen. Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter hält eine nukleare Eskalation allerdings für unwahrscheinlich. Er gehe nicht davon aus, “dass im Kreml lauter Selbstmordattentäter sitzen”, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Europaausschusses dem “Spiegel”. Hofreiter warnte davor, die “Angstpropaganda des Kremls” zu übernehmen.

Russland: “Große Ladung” ausländischer Waffen zerstört

Die russischen Streitkräfte hatten heute erklärt, sie hätten eine aus dem Ausland stammende größere Waffenlieferung an die Ukraine vernichtet. “Mit hochpräzisen seebasierten Langstreckenraketen vom Typ Kalibr wurden auf dem Gelände des Aluminiumkombinats Saporischschja Flughallen mit einer großen Ladung ausländischer Waffen und Munition zerstört”, teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit. Die Waffen stammten aus den USA und Europa, fügte er hinzu.

Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Die ukrainischen Behörden hatten am Dienstag ohne weitere Details von Raketentreffern auf ein Unternehmen in Saporischschja berichtet.

Nach Konaschenkows Angaben flog die russische Luftwaffe seit Dienstag 59 Angriffe gegen Militärobjekte in der Ukraine, Artillerie und Raketenstreitkräfte beschossen 573 Ziele. Neben Truppenansammlungen und Stellungen für Artillerie, Luftabwehr und Raketenwerfer seien dabei auch Munitionsdepots vernichtet worden.

Weiß schraffiert: Vormarsch der russischen Armee. Grün schraffiert: von Russland unterstützte Separatistengebiete. Krim: von Russland annektiert.

Bild: ISW/26.04.2022

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Russische Streitkräfte rücken vor

In der Ostukraine rückten die russischen Streitkräfte unterdessen von der bereits eroberten Stadt Isjum südlich von Charkiw in Richtung Barwinkowe vor. Dabei hätten sie die Ortschaften Sawody und Welyka Komyschuwacha erobert, erklärte das Verteidigungsministerium in Kiew. Weiter östlich rückt die russische Armee den Angaben zufolge auf die Stadt Lyman in der Region Donezk vor. Dabei habe sie die Ortschaften Saritschne und Nowotoschkiwske unter ihre Kontrolle gebracht.

Explosionen aus russischen Grenzregionen gemeldet

Auch aus mehreren russischen Grenzregionen wurden Explosionen gemeldet. In Belgorod sei am Mittwoch ein Munitionslager in Brand geraten, schrieb Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram. Zuvor seien in der Gegend etliche Explosionen zu hören gewesen. Das Dorf Schurawlewka sei getroffen worden; dabei seien mindestens zwei Personen verletzt worden. Die laut Behörden bereits mehrfach beschossene Region grenzt an das ukrainische Gebiet Charkiw.

Auch in der Region Kursk kam es nach Angaben der örtlichen Behörden zu Explosionen. In Woronesch wurde nach russischer Darstellung eine Drohne vom Luftabwehrsystem abgeschossen. Erst Anfang der Woche warfare in einem Öldepot in der russischen Stadt Brjansk unweit der Grenze zur Ukraine ein Feuer ausgebrochen.

Anfang April hatten russischen Angaben zufolge zwei ukrainische Kampfhubschrauber im Gebiet Belgorod auch ein Öllager beschossen und in Brand gesetzt. Der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, Olexij Danilow, wies die Vorwürfe bereits am 1. April zurück. “Sie behaupten, dass wir das getan haben. Aber tatsächlich entspricht das nicht der Wirklichkeit”, sagte er. Russland hatte der Ukraine angesichts des wiederholten Beschusses seines Staatsgebiets damit gedroht, in der Hauptstadt Kiew wieder verstärkt Kommandostellen für Raketenangriffe ins Visier zu nehmen.



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