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Weihnachtsdrama um Clement Noel bei Slalom in Madonna


Was nutzt die beste Fahrt, wenn sie nur bis zum vorletzten Tor reicht? Der französische Slalom-Könner Clement Noel fuhr am Mittwoch-Abend im Nachtslalom von Madonna di Campiglio einem scheinbar ungefährdeten Sieg entgegen – ehe er am vorletzten Tor ausrutschte, stürzte und auf dem Bauch über die Ziellinie rutschte. Mit 1,01 Sekunden Vorsprung immer noch, aber leider am letzten Tor vorbei: Disqualifiziert.

„Es ist schade für Noel, er war der Schnellste“, sagte selbst Sebastian Foss-Solevaag, der vom Missgeschick des Franzosen profitierte. Der Slalom-Weltmeister aus Norwegen gewann letztlich in 1:34,59 Sekunden knapp vor Gesamt-Weltcupsieger Alexis Pinturault (+0,10 Sekunden / Frankreich) und dem Schweden Kristoffer Jakobsen (+0,11).

Die deutschen Teilnehmer erlebten ein Debakel: Linus Straßer kam genau bis zum fünften Tor, ehe er einfädelte. Der 29-Jährige Münchner verharrt damit nach dem zweiten Slalom weiter bei null Punkten, nachdem er  schon beim Auftakt in Val d’Isère als 32. das Finale verpasst hatte. „Das war schon sehr unglücklich“, sagte Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), der die Aufs und Abs des besten deutschen Slalomfahrers mit einer gewissen Langmut zu begleiten gelernt hat.

Doch auch Straßers Teamkollegen konnten einmal mehr nicht überzeugen: Fabian Himmelsbach (34.), Julian Rauchfuss (36.) und Anton Tremmel (48.) verpassten den zweiten Lauf. David Ketterer schied aus.

Im Slalom-Weltcup schoben sich unterdessen Foss-Solevaag und Jakobsen mit jeweils 140 Punkten nun an die Spitzenposition, an der eigentlich Noel mit 200 Zählern stehen müsste, nachdem er bereits den Saisonauftakt in Val d’Isère für sich entschieden hatte. Doch dann kam die schöne Bescherung für den Franzosen, dessen Nachnahme „Weihnachten“ bedeutet.

Noel hatte sein Päckchen zu tragen, nahm es aber sportlich: „Schwer zu akzeptieren, aber das ist es auch, was unseren Sport so magisch macht“, schrieb er bei Instagram unter ein Foto, das ihn auf dem Rücken liegend zeigt, den Blick in die Unendlichkeit gerichtet. Doch was den Champion ausmacht: er stand wieder auf, schloss „Riesen-Glückwünsche“ an die Sieger an und bedankte sich bei „allen Athleten für ihre lieben Worte“ der Aufmunterung.



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